MS-Arzneimittel

Pay for (Non)-Performance für Mavenclad

Stuttgart - 12.10.2018, 12:10 Uhr

Merck übernimmt Mehrkosten bei MS-Arzneimitteln, wenn Mavenclad versagt. (m / Foto: dpa)

Merck übernimmt Mehrkosten bei MS-Arzneimitteln, wenn Mavenclad versagt. (m / Foto: dpa)


Merck hat mit der GWQ Service Plus AG eine Pay-for-Performance-Vereinbarung für sein MS-Arzneimittel Mavenclad® getroffen. Bei unzureichendem Therapieerfolg mit Cladribin übernimmt Merck Mehrkosten, wenn Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose auf eine andere Therapie umgestellt werden müssen. Warum macht Merck dies? Welchen Nutzen hat der pharmazeutische Unternehmer?

Eine einzige Tablette Mavenclad® 10 mg kostet laut Lauer-Taxe 2663 Euro, die Packung mit sechs Tabletten liegt bei 15.693 Euro. Ein 60 bis 70 Kilogramm schwerer Patient mit multipler Sklerose benötigt im ersten und zweiten Behandlungsjahr 24 Tabletten, dafür sind die Jahre drei und vier des Mavenclad®-Behandlungszyklus arzneimittelfrei. Nun ist mit knapp 63.000 Euro Mavenclad®-Therapiekosten die Spitze des Eisberges bei Arzneimittelpreisen längst nicht erreicht. Dennoch erfordern innovative, allerdings auch zunehmend hochpreisige Behandlungsmöglichkeiten, neue Erstattungskonzepte. Merck hat sich nun bei Mavenclad® mit der GWQ ServicePlus AG auf ein Risk-Sharing-Versorgungsmodell geeinigt: Pay for Performance für Cladribin.

Pay for Performance: nicht für alle MS-Patienten

Der Grundgedanke hinter dieser Vereinbarung orientiert sich am Therapieerfolg: „Der Preis für Mavenclad® bemisst sich konsequent am Therapienutzen für die Patienten“, erklärt Merck hierzu. Allerdings trifft diese Vereinbarung nur MS-Patienten der insgesamt rund 6,5 Millionen Versicherten bei den etwa 40 verschiedenen Betriebs- und Innungskrankenkassen, die Mitglieder bei GWQ sind und dem Vertrag beigetreten sind (unter anderem Audi BKK, Bahn BKK, IKK Südwest). Ihr Marktanteil liegt, bezogen auf alle Krankenkassen, bei 10 Prozent. Wie sieht es mit anderen Krankenkassen aus? 


Die innovative Vereinbarung stellt sicher, dass Krankenkassen keine zusätzlichen Therapiekosten tragen müssen, wenn Patienten trotz der Behandlung mit Mavenclad auf eine andere Therapie umgestellt werden müssen.

Merck


DAZ.online hat bei Dr. Matthias Pfannkuche nachgefragt: Grundsätzlich sei Merck für solche Überlegungen offen, erklärt der Director Market Access & Governmental Affairs bei Merck. Allerdings äußerte sich Pfannkuche zum aktuellen Zeitpunkt nicht konkret.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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