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Kampf gegen Akne – ist Zink ein natürlicher Ausweg?

01.11.2018, 12:00 Uhr

(Foto: kasanka19 / stock.adobe.com)

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Akne ist mit einer Prävalenz von nahezu 100% die häufigste dermatologische Erkrankung im Jugendalter. Was mit unliebsamen Hauterscheinungen beginnt, kann schnell zu einer echten psychischen Belastung für Pubertierende werden. Die zur Verfügung stehende Standardtherapie zeigt gute Effekte, ist jedoch nicht für alle Personengruppen geeignet. In diesen Fällen kann die orale Einnahme von Zink hilfreich sein.

Acne vulgaris ist eine entzündliche Hauterkrankung die vor allem die Talgdrüsen samt Haarfollikel betrifft. Aufgrund einer genetisch bedingten Überempfindlichkeit gegenüber Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) kommt es zu einer gesteigerten Talgproduktion – der sogenannten Sebborrhö. Diese findet vor allem in der Pubertät statt, da der Körper in dieser Zeit vermehrt männliche Geschlechtshormone produziert. Gleichzeitig kommt es zu einer Hyperkeratose – also einer vermehrten Bildung von Hornhautzellen – welche dazu führt, dass die Ausführgänge der Talgdrüsen verstopfen. Sichtbar werden diese Verstopfungen als Komedonen (Mitessern). Bleibt der Verschluss der Talgdrüsen bestehen, können sich diese entzünden. Der Prozess wird oft durch das Eindringen von auf der Haut lebenden Bakterien – unter anderem Propionibakterien – begünstigt. Schreitet die Erkrankung weiter fort, können die Talgdrüsen platzen. Durch das austretende Sekret entzündet sich das umliegende Gewebe und es bilden sich eitrige Pusteln. Bersten auch diese, kann es zur Bildung von Geschwüren kommen, die oft nur unter Narbenbildung abheilen.

Antibiotika und Keratolytika als Standardtherapie

Ist die Akne nur mäßig ausgeprägt, kann eine lokale Therapie durchgeführt werden. Meist werden hier Kombinationen aus je einem Antibiotikum und einem Keratolytikum (hornhautlösende Mittel) verwendet, wie z.B. die Kombination aus Clindamycin und Benzoylperoxid (BPO). Bei schweren Formen kommen systemische Therapeutika wie orale Antibiotika oder Isotretinoin hinzu.

Wenige Therapieoptionen bei Schwangeren

All diese Therapieoptionen bringen trotz positiver Effekte zahlreiche Nebenwirkungen - wie z.B. Rötung, Brennen und Schuppung der Haut - mit sich. Darüber hinaus sind sie auch nicht für alle Personengruppen geeignet. So sind z.B. Schwangere von der Therapie mit Isotretinoin, Tetracylinen und Antiandrogenen vollständig ausgeschlossen. Da aber durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft eine Verschlechterung des Hautbildes auftreten kann, ist eine weitere Therapieoption notwendig. Hier stellt die orale Einnahme von Zink eine gute Möglichkeit dar.



Nadine Sprecher, Apothekerin, Redakteurin PTAheute.de
redaktion@daz.online


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