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Erkältung im Griff – dank hochdosiertem Zink

Stuttgart - 06.12.2018, 11:30 Uhr

Kann Zink dabei helfen, grippale Infekte schneller wieder loszuwerden? ( r / Foto: Rido / stock.adobe.com)
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Kann Zink dabei helfen, grippale Infekte schneller wieder loszuwerden? ( r / Foto: Rido / stock.adobe.com)


Kaum sinken die Temperaturen, kommen schon die ersten Erkältungsgeplagten in die Apotheke. Meist mit dem Wunsch, schnell wieder gesund zu werden und der Frage, was unterstützend dabei helfen kann. Ist die Einnahme von Zink eine Möglichkeit, grippale Infekte schneller wieder loszuwerden?

Zink zählt zu den essenziellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen und ist Cofaktor zahlreicher Körperenzyme. Es ist unter anderem beteiligt an Zellwachstum, Insulinspeicherung, Wundheilung und einem intakten Immunsystem. Letzteres basiert vermutlich einerseits auf der verbesserten Reifung der T-Lymphozyten (Immunzellen) und andererseits auf einer Steigerung der T-Lymphozytenanzahl. Es verwundert daher nicht, dass ein Zinkmangel unter anderem auch mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einhergeht.

Zink im Kampf gegen Rhinoviren

Darüber hinaus soll Zink in der Lage sein, die Rezeptoren von Rhinoviren – die Hauptverantwortlichen eines grippalen Infekts - zu blockieren und so das Anhaften der Viren an Schleimhautzellen in z. B. Mund und Nase zu verhindern. Haben sich Rhinoviren bereits im Körper ausgebreitet, hilft Zink die Vermehrung einzudämmen. All diese Funktionen sind gute Hinweise darauf, dass Zink bei Erkältungen wirksam sein kann.

Laut Studien effektiv ab 75 mg

In einem 2011 veröffentlichten Review (so bezeichnet man eine Übersichtsarbeit, die mehrere Forschungsergebnisse zu einem Thema zusammenfasst) wurde untersucht, ob die orale Einnahme von Zink– über den täglichen Bedarf von 7 bis 16 mg hinaus – Auswirkungen auf den Verlauf einer Erkältung hat. Dazu wurden insgesamt dreizehn placebo-kontrollierte Untersuchungen in die Übersichtsarbeit einbezogen. Es zeigten sich starke Hinweise darauf, dass Zink die Dauer der Erkältungssymptome verringern kann, wenn täglich mindestens 75 mg als Lutschtablette eingenommen werden. Ein weiteres Review aus 2012 kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die orale Einnahme von Zink die Erkältungsdauer verringern kann. Die Autoren betonten jedoch, dass für klare Empfehlungen weitere Studien notwendig seien.*

Was ist zu beachten?

Trotz der dosisabhängigen Effekte, dürfen die Nebenwirkungen von hochdosiertem Zink keinesfalls aus den Augen verloren werden. Dazu zählen neben einem schlechten Geschmack auch Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Um die auftretende Übelkeit zu verhindern, kann Zink in Ausnahmefällen zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die gleichzeitige Einnahme mit pflanzlichen Nahrungsmitteln (z. B. Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse) sollte jedoch  vermieden werden, da diese die Resorption beeinträchtigen können. Außerdem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Kaffee die Resorption von Zink beeinflusst.

Neben diesen sicherlich erwähnenswerten Wechselwirkungen, zeigt  Zink als zweiwertiges Kation auch Interaktionen mit Tetracyclinen und Chinolonen (Antibiotika), Schilddrüsenhormonen, Bisphosphonaten (Osteoporose-Therapeutika), D-Penicillamin (Antirheumatikum) und EDTA (Antidot).  

Kinder  und Jugendliche sollten bis zum vollendeten 17. Lebensjahr keine zinkhaltigen Supplemente zu sich nehmen. Stillende und Schwangere sollten eine Zink-Supplementation immer mit Ihrem Arzt abklären.  

Auch wenn mit hohen Zinkdosen die Erkältungsdauer in Studien gesenkt werden konnte, sollte – einer Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge – die tägliche Dosis von 25 mg auf längere Zeit nicht überschritten werden.



Nadine Sprecher, Apothekerin, Redakteurin PTAheute.de
redaktion@daz.online


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