Apothekerkammer Westfalen-Lippe

Overwiening: Versorgung in Gefahr, Rx-Versandverbot jetzt!

Berlin - 28.09.2018, 13:00 Uhr

Gabriele Regina Overwiening mahnt: Die wohnortnahe Versorgung durch Apotheken ist in Gefahr! ( r / (Screenshot AKWL | YouTube)

Gabriele Regina Overwiening mahnt: Die wohnortnahe Versorgung durch Apotheken ist in Gefahr! ( r / (Screenshot AKWL | YouTube)


Die Apothekenzahlen sind weiterhin im Sinkflug – auch in Westfalen-Lippe. Für Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening ist es daher höchste Zeit, dass die Große Koalition das im Koalitionsvertrag verankerte Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf den Weg bringt.

Knappe zwei Wochen vor dem Deutschen Apothekertag in München appelliert Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, an die Große Koalition, unverzüglich das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf den Weg zu bringen: „Jede weitere Verzögerung dieses Vorhabens gefährdet die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln, gerade in einem Flächenlandesteil wie Westfalen-Lippe.“

Overwieninig verweist auf die Entwicklung der Apothekenzahlen in Westfalen-Lippe  – diese sei  mittlerweile „alarmierend“. Seit 13 Jahren gehe die Zahl zurück. Und auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres stand weiteren 33 Apothekenschließungen nur eine Neueröffnung gegenüber. Das ist laut AKWL der stärkste Rückgang seit sechs Jahren. Die Gesamtzahl der Apotheken verringerte sich von 1.973 auf 1.941. „Damit haben wir in den vergangenen 15 Jahren mehr als 300 Apotheken verloren“, so die Kammerpräsidentin.

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Auch die Zahl der Apothekeninhaber sinkt merklich: Denn inzwischen wird fast jede vierte Apotheke in Westfalen-Lippe (479) als Filiale geführt: „Die Zahl der Selbstständigen liegt damit auf dem Niveau des Jahres 1971“, erklärt Overwiening.

Ja zum E-Rezept und zur E-Patientenakte

Die Kammerpräsidentin betont überdies, dass sie die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstütze, die Digitalisierung des Gesundheitswesens zum Wohle der Patientinnen und Patienten voranzutreiben. „Wir Apothekerinnen und Apotheker können und wollen hierzu einen großen Beitrag leisten“, versichert Overwiening. „Wir stehen zur Gematik und wir stehen zur dazugehörigen Telematik-Infrastruktur. Wir bekennen uns zum E-Rezept und zur E-Patientenakte“. Doch die Kammerpräsidentin unterstreicht auch, wie wichtig den Apotheken Planungssicherheit und klare ordnungspolitische Eckpfeiler sind. Zu diesen Eckpfeilern gehörten die Apothekenpflicht für rezeptfreie Medikamente, das Fremd- und Mehrbesitzverbot bei Apotheken und der einheitliche Abgabepreis für verordnete Arzneimittel.

Spahn hat angekündigt, seine Pläne für die Apotheken beim Deutschen Apothekertag im Oktober in München vorzustellen. In den vergangenen Wochen hat er sich beim Thema Rx-Versandverbot zurückhaltend gegeben und immer wieder betont, dass es vor allem auf „faire Wettbewerbsbedingungen“ ankomme.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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