Eucerin, Avène, Vichy und Co. 

Apothekenkosmetik-Hersteller wollen ihre Ware nicht bei Douglas sehen

Stuttgart - 01.10.2018, 09:00 Uhr

Auch Produkte von Avène finden sich im neuen Store von Douglas. (s/Foto: Hartlmaier)

Auch Produkte von Avène finden sich im neuen Store von Douglas. (s/Foto: Hartlmaier)


Douglas hatte es in der Pressmitteilung zur Eröffnung des neuen Store-Konzepts „Douglas Pro“ angekündigt: Das Angebot werde abgerundet durch ausgewählte Apothekenkosmetik. Was genau damit gemeint war, lässt sich nun im Online-Shop bestaunen. Unter der Rubrik „Pharma Beauty“ finden sich mit Vichy, La Roche Posay, Eucerin, Avène, Lierac und SkinCeuticals namhafte Apothekenmarken – zum Leidwesen der Hersteller. 

Douglas-Chefin Tina Müller soll informierten Kreisen zufolge die großen Player der Apothekenkosmetik-Industrie im Vorfeld des Starts von Douglas Pro kontaktiert und überwiegend Absagen erhalten haben. Dennoch hatte Douglas angekündigt, dass man in dem auf hochwertige Kosmetik und spezielle Nahrungsergänzungsmittel sowie Beautybehandlungen ausgelegten Store auch „ausgewählte Apothekenkosmetik“ anbieten wolle. Ausgewählt hat man dabei offensichtlich die Großen, das verrät der Blick in den Online-Store. Unter der Rubrik „Pharma-Beauty“ finden sich Produkte von Vichy, La Roche Posay, Eucerin, Avène, Lierac, SkinCeuticals und Caudalié. Auf welchem Wege kommen sie da hin? Pierre Fabre, der Hersteller von Avène, erklärt gegenüber DAZ.online, das nicht zu wissen. Wie es bei hochwertigen, stark nachgefragten Gütern nicht selten der Fall sei, würden über den sogenannten Graumarkt die von Herstellern autorisierten und anvisierten Vertriebswege umgangen. „Ich möchte Ihnen versichern, dass das Unternehmen Pierre Fabre dieses Vorgehen nicht unterstützt“, erklärt der Vertriebsleiter in einer Stellungnahme


Wir halten an der Firmenphilosophie unseres Gründers und Apothekers Pierre Fabre fest und verkaufen Avène nur an Apotheken oder den pharmazeutischen Großhandel. Die Marken aus dem Hause Pierre Fabre inklusive der Marke Avène sind aus gutem Grund apothekenexklusiv und entsprechend gekennzeichnet. Durch Ihre Beratung in der Apotheke wird den Kunden das am besten geeignete Produkt angeboten. Daran halten wir auch zukünftig fest!“

Stellungnahme von Pierre Fabre


Pierre Fabre setzt auf Selektivverträge

Um diese Apothekenexklusivität zukünftig auch rechtlich durchsetzen zu können, hat Pierre Fabre seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen angepasst, wie das Unternehmen gegenüber DAZ.online erklärt. Die Einführung dieser Selektiv-Bedingungen diene „dem Schutz unserer Verbraucher, unseres Markenauftritts und unserer autorisierten Vertriebspartner vor unlauterem Wettbewerb“, so Pierre Fabre. Durch diese neue Vertriebsstruktur wolle man in Zukunft sicherstellen, dass die Produkte nur von Fachhändlern vertrieben werden, die dem qualitativen Standard und dem Beratungsbedarf der Produkte gerecht werden. Ein Vertrieb durch beispielsweise Drogerien und Discounter, der mit dem Ansehen der Produkte nicht vereinbar sei, solle auch im Interesse der Partner vermieden werden, heißt es in der Stellungnahme. 




Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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