DocCheck-Umfrage zu Cannabis

Apotheker wünschen sich weniger Bürokratie bei Medizinalhanf

27.09.2018, 09:00 Uhr

Die Mehrheit der Apotheker ist von Cannabis als Therapieoption überzeugt - moniert jedoch die bürokratischen Hürden rund um die Abgabe. (Foto: Imago)

Die Mehrheit der Apotheker ist von Cannabis als Therapieoption überzeugt - moniert jedoch die bürokratischen Hürden rund um die Abgabe. (Foto: Imago)


Seit anderthalb Jahren gibt es Cannabis auf Rezept. Wie geht es Apothekern damit? Einer aktuellen Umfrage mit 300 Pharmazeuten zufolge, findet die Mehrheit der Befragten Medizinalhanf als eine sinnvolle Behandlungsoption. Die beiden größten Problemfelder sehen die Apotheker in dem hohen bürokratischen Aufwand rund um die Abgabe und der schlechten Verfügbarkeit von Cannabisblüten.

Zu umständlich, schlecht lieferbar – nicht selten bekommen Apotheker beim medizinischen Cannabis den Unmut von Patienten zu spüren. Krankenkassen beklagen die aus ihrer Sicht zu hohen Kosten. Mediziner berichten über Erfolge und Grenzen der Cannabinoide. Doch wie beurteilen eigentlich Pharmazeuten als Arzneimittelexperten die Cannabistherapie und welche Verbesserungsvorschläge haben sie? 

Medizinalhanf

Cannabis auf Rezept

Zu diesen und weiteren Fragestellungen gab Wayland Group, ein Cannabis-Produzent, der sowohl im kanadischen Burlington als auch in München ansässig ist, eine deutschlandweite Online-Umfrage beim Institut DocCheck-Research in Auftrag. Zwischen dem 20. August und dem 3. September hatten daran 300 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Apotheker daran teilgenommen.

Je mehr Filialen, desto mehr Medizinalhanf-Erfahrung

Den Ergebnissen zufolge ist Cannabis nach 18 Monaten zumindest teilweise im Versorgungsalltag angekommen. So gaben laut einer Pressemitteilung der Wayland Group mehr als 60 Prozent an, in diesem Jahr schon einmal medizinisches Cannabis abgegeben zu haben. Die Umfrage zeigt auch: Je mehr Filialen eine Apotheke besitzt, umso mehr Erfahrung hat sie mit Medizinalhanf. Rund die Hälfte der befragten Apotheken mit nur ein bis zwei Standorten gab dagegen an, bisher noch kein Medizinisches Cannabis abgegeben zu haben. „Größere Apotheken haben scheinbar schneller die Marktpotenziale von Medizinischem Cannabis für sich erkannt und umgesetzt“, erläutert Morten Brandt, Deutschlandchef von Wayland.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


2 Kommentare

German Patient Roundtable

von Philip J Cenedella IV am 27.09.2018 um 19:07 Uhr

Thank you very much for this report and we welcome you and your readers to our Education Symposium on Oct. 19th in Berlin / it will be in German language :)

Danke,
Phil
www.germanpatientroundtable.de

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Ideologie ist das größere Problem

von Pippo am 27.09.2018 um 17:49 Uhr

Cannabis KANN bei 50-100 Krankheiten hilfreich sein leider interessiert das niemanden, oftmals wird man lieber mit schwerabhängigen Opiate oder Organschädigende Tabletten getröstet. Viele Ärzte können weder Cannabinoide , Terpene noch Flavonoide aufzählen aber sind sich sicher das sie einen Junkie vor sich haben während manche sich dann am abend ein Zellgift hinter die Binde kippen.

Drogenpolitisch bewegen wir uns auf dem Stand eines Entwicklungslandes.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.