Revisionen

Apotheken droht keine Revolution in der Überwachung

Kiel - 12.09.2018, 11:45 Uhr

Das Know-how der Apothekenüberwachung soll künftig gebündelt werden – etwa um Fortbildungen zu organisieren, aber nicht, um Apotheken-Revisionen zu revolutionieren. (s / Foto: imago)

Das Know-how der Apothekenüberwachung soll künftig gebündelt werden – etwa um Fortbildungen zu organisieren, aber nicht, um Apotheken-Revisionen zu revolutionieren. (s / Foto: imago)


Schon bevor die Arzneimittelüberwachungskräfte der Länder zu ihrer jährlichen Arbeitstagung zusammengekommen sind, hat dies für viele Fragen gesorgt. Doch der Organisator der Veranstaltung relativiert die Spekulationen über neue Regeln und spricht von einem Routinevorgang. Den Apotheken droht also keine Revolution der Apothekenüberwachung.

Am 26. September findet die Arbeitstagung der pharmazeutischen und veterinärmedizinischen Überwachungskräfte der Länder (PhAT) in Kiel statt. Die alljährlich veranstaltete Tagung wird jeweils von einem anderem Bundesland ausgerichtet. Beim Branchenportal „apotheke adhoc“ wurde dazu gemeldet, bei der Veranstaltung werde eine neue „Super-Arbeitsgruppe“ eingerichtet. Die Überschrift ließ vermuten, dass dort neue Regeln für Apothekenrevisionen festgelegt würden.   

Eine weitere Arbeitsgruppe unter vielen

Doch offenbar ist nicht zu erwarten, dass diese Tagung zu solchen neuen Regeln führt. Dazu sprach DAZ.online mit Dr. Michael Hiob, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für Gesundheitsberufe, Apotheken, Arzneimittel und Medizinprodukte im Schleswig-Holsteinischen Sozialministerium. Er ist in diesem Jahr für die Organisation der Tagung zuständig. Hiob erklärte, dass die Überwachungsbeamten der Länder in diversen Fachgruppen organisiert sind. Die Gruppen behandeln „horizontale“ Themen wie Digitalisierung und verschiedene Aspekte der Qualitätssicherung oder „vertikale“ Themen wie Sterilherstellungen, Radiopharmaka und Biotechnologie. Da sich der Zuschnitt der Fachgruppen an europarechtlichen Maßstäben orientiere, gebe es bisher keine Fachgruppe zur Apothekenüberwachung. Denn diese ist auf nationaler Ebene und in Deutschland sogar auf Länderebene organisiert. Doch wollten die Länderbeamten das spezielle Know-how zu diesem Thema ebenfalls bündeln, beispielsweise um die eigene Fortbildung zu organisieren. Daher sei schon lange geplant worden, eine Fachgruppe zur Apothekenüberwachung zu gründen. Die konstituierende Sitzung solle nun am 26. September in Kiel stattfinden. Dann werde sich die Gruppe ein Programm geben, wie es bei Fachgruppen in wissenschaftlichen Organisationen üblich ist. 

Langfristig geplante Organisationsmaßnahme

Hiob betonte, dies sei schon lange geplant und keine Reaktion auf die Entwicklung bei Lunapharm oder auf andere aktuelle Ereignisse. Außerdem könnten die Überwachungsbeamten nur Interpretationsvorschläge für rechtliche Vorschriften machen. Daraufhin betonte Hiob, es werde „keine Revolution in der Apothekenüberwachung“ geben. Weiter erklärte er, die Tagung sei eine interne, nicht öffentliche Veranstaltung der Behörden. Es gehe darum, sich untereinander zu beraten. Ergebnisse der Arbeitsgruppen würden unabhängig von solchen Tagungen beispielsweise in Form von FAQ-Papieren veröffentlicht.

Die ganze Tagung und die Gründung der neuen Fachgruppe stellte Hiob als Routinevorgänge dar. Dies dürfte dann wohl auch erklären, dass in anderen pharmazeutischen Organisationen dazu bisher wenig bekannt war. Solange sich die Arbeitsgruppe noch nicht einmal gebildet hat, kann über mögliche Arbeitsergebnisse allenfalls spekuliert werden.


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


1 Kommentar

Überwachung mal sinnvoll gestalten - würde auch gehen

von Ratatosk am 12.09.2018 um 18:18 Uhr

Im Zeichen heutiger Probleme kann eine gute Überwachung nur erreicht werden, wenn Gefahrenherde ( Zyto und Parenteralia Herstellung , Import und Export etc. ) priorisiert werden. Heute wird jede kleine Landapotheke genauso heftig geprüft wie problemanfällige Herstellerapotheken. Das kann so nicht funktionieren. Man muß auch Hackfleisch besser kontrollieren als Zucker oder Mehl, scheint aber ein Problem für Behörden zu sein, solche einfachen Dinge zu regeln.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.