Lieferengpässe

Fastjekt-Laufzeit verlängert

Stuttgart - 30.08.2018, 15:15 Uhr

Fastjekt ist derzeit Mangelware in den Apotheken. ( j/ Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst)

Fastjekt ist derzeit Mangelware in den Apotheken. ( j/ Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst)


In den USA wurde vor dem Hintergrund anhaltender Lieferengpässe die Laufzeit von Mylans Adrenalin-Injektors Epipen verlängert. Nun wird beim deutschen Pendant Fastjekt nachgezogen. Wie Zulassungsinhaber und Mylan-Tochter Meda mitteilt, können bestimmte Chargen des Fastjekt® 300µg-Fertigpens vier Monate über das Verfallsdatum hinaus benutzt werden. 

Mehrere Chargen des Adrenalin-Injektors Fastjekt®  300µg, die vor kurzem verfallen sind oder bei denen das Verfallsdatum bald ansteht, können länger benutzt werden, und zwar vier Monate über das aufgedruckte Datum hinaus. Das teilte Zulassungsinhaber Meda nach Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit. Hintergrund sind die anhaltenden Lieferengpässe, die auf Prozessänderungen zurückzuführen sind. Diese hätten die Kapazität der Produktionsstätten zeitweise begrenzt, heißt es. Zudem warte Pfizer, das Unternehmen fungiert hier als Lohnhersteller, auf Lieferungen bestimmter Komponenten durch Drittanbieter. Meda ist in Deutschland Marktführer. Meda glaubt, dass eine Verlängerung der Verfallsdaten kurzfristig die Verfügbarkeit von Fastjekt 300 Mikrogramm Injektionslösung im Fertigpen verbessert, heißt es einer Mitteilung. Die Empfehlung, das Verfallsdatum bestimmter Chargen zu verlängern, beruhe auf der sorgfältigen Prüfung von Daten, die Pfizer zur Verfügung gestellt hat. 

Im Schreiben findet sich zudem eine Tabelle, in der die betroffenen Chargen, deren reguläres Verfallsdatum zwischen Mai 2018 und November 2018 liegt, gelistet sind: 

      Chargenbezeichnung  

Original

Verfallsdatum:

 

Verlängertes

Verfallsdatum:

6FA711H 05.2018 09.2018
6FA710E 05.2018 09.2018
6FA712F 05.2018 09.2018
6FA611M 05.2018 09.2018
6FA610R 05.2018 09.2018
6FA610J 05.2018 09.2018
6FA794B 07.2018 11.2018
6FA795R 07.2018 11.2018
6FA795C 07.2018 11.2018
7FA112C 09.2018 01.2019
7FA112B 09.2018 01.2019
7FA106R 09.2018 01.2019
7FA318C 10.2018 02.2019
7FA317E 10.2018 02.2019
7FA265P 11.2018 03.2019

Meda weist explizit darauf hin, dass die Verlängerung nicht für Fastjekt® Junior 150 Mikrogramm gilt. Bei diesem Präparat sollen sich Ärzte und Apotheker an das angegebene Verfallsdatum halten.

Analog war vergangene Woche beim US-Pendant von Fastjekt, dem Epipen, ebenfalls bei einigen Chargen die Laufzeit verlängert worden. Der Epipen wird von Mylan vertrieben, dem Mutterkonzern von Meda. Die US-Behörde weist zudem darauf hin, dass, um die Patientensicherheit zu gewährleisten, Patienten ihre Pens vorschriftsgemäß gelagert haben sollten und dass sie das auch weiterhin tun sollten.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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