TV-Sendung

ARD-Kontraste: Lunapharm importierte schon 2013 griechische Arzneimittel

Berlin - 24.08.2018, 09:30 Uhr

ARD-Kontraste legt nach: Neuen Erkenntnissen zufolge soll Lunapharm schon 2013 mutmaßlich gestohlene Medikamente aus Griechenland importiert haben. (Foto: DAZ.online)

ARD-Kontraste legt nach: Neuen Erkenntnissen zufolge soll Lunapharm schon 2013 mutmaßlich gestohlene Medikamente aus Griechenland importiert haben. (Foto: DAZ.online)


Das ARD-Magazin Kontraste hat in der sogenannten Lunapharm-Affäre nachgelegt. Im Juli hatte das TV-Magazin enthüllt, dass der Brandenburger Händler Lunapharm jahrelang mutmaßlich gestohlene Arzneimittel nach Deutschland importierte. Neuen Erkenntnissen zufolge soll der Händler, dessen Lizenz derzeit ruht, schon 2013 mit einer griechischen Apotheke illegale Geschäfte betrieben haben.

Der Skandal um den Import mutmaßlich gestohlener Arzneimittel aus Griechenland und Italien scheint sich auszuweiten. Denn das ARD-Magazin Kontraste, das schon im Juli Enthüllungen rund um den Brandenburger Arzneimittelhändler Lunapharm veröffentlicht hatte, hat am gestrigen Donnerstagabend weitere Rechercheergebnisse publiziert. Konkret geht es um den Zeitraum, in dem Lunapharm aus dem brandenburgischen Mahlow mutmaßlich gestohlene Arzneimittel aus anderen Ländern importierte.

Bislang ging es in den Ermittlungen der Landesbehörden lediglich um den Zeitraum 2015 bis 2017. Dementsprechend wurden auch die hierzulande belieferten Apotheken informiert: DAZ.online hatte beispielsweise kürzlich über eine Berliner Apothekerin berichtet. Die Pharmazeutin hatte auf ihrer Homepage eine Erklärung für Patienten veröffentlicht, in der es um vier verschiedene Arzneimittel ging, die zwischen 2015 und 2017 abgegeben wurden.

Zuletzt war bekannt geworden, dass zwischen 2015 und 2017 mehr als 4600 Arzneimittelpackungen aus Griechenland nach Deutschland über Lunapharm importiert wurden. Dazu kommt eine unbekannte Zahl aus Italien. Wie diese Medikamente nach Deutschland gelangten und ob der Transport regelkonform ablief, ist jedoch völlig unklar. Kontraste bezieht sich nun auf die Ermittlungen der griechischen Polizei und „Abhörprotokolle“: Demnach hat Lunapharm die Arzneimittel schon 2013 aus einer Apotheke in Athen bezogen, die Zahl der betroffenen Patienten könnte deutlich größer sein, als bislang angenommen.

Im TV-Magazin wurden Gesprächsprotokolle zwischen dem Apotheker aus Griechenland, der für den Schmuggel federführend gewesen sein soll, und einem Zwischenhändler gezeigt, in denen es darum geht, zu welchem Preis die Arzneimittel an Lunapharm verkauft werden. Laut Kontraste sitzt der Apotheker inzwischen aber im Gefängnis, die griechische Polizei soll in seiner Apotheke mehrere mutmaßlich gestohlene Arzneimittel gefunden haben.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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