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ARD-Kontraste: Der Lunapharm-Skandal weitet sich aus

Berlin - 23.08.2018, 17:30 Uhr

Wer hat mit Lunapharm kooperiert und wer hatte außerdem aus illegalen Quellen bezogen? Recherchen des ARD-Magazins Kontraste zufolge ist das kriminelle Netzwerk umfangreicher als angenommen. ( r / Screenshot: Kontraste 12.7.)

Wer hat mit Lunapharm kooperiert und wer hatte außerdem aus illegalen Quellen bezogen? Recherchen des ARD-Magazins Kontraste zufolge ist das kriminelle Netzwerk umfangreicher als angenommen. ( r / Screenshot: Kontraste 12.7.)


Am heutigen Donnerstag um 21:45 sendet das ARD-Magazin Kontraste einen neuen Beitrag zum Lunapharm-Skandal, bei dem neue Erkenntnisse enthüllt werden sollen: So hat die Staatsanwaltschaft Potsdam ihre Ermittlungen nach Hessen ausgeweitet und Geschäftspartner des Brandenburger Händlers sowie das Unternehmen Rheingold Pharma untersucht. Weitere Spuren führen in die Schweiz, Niederlande und Italien.

Im Brandenburger Skandal um die mutmaßlich gestohlenen Krebsmedikamente von Lunapharm sind Recherchen des ARD-Magazins Kontraste zufolge neue Erkenntnisse zusammengekommen. Am heutigen Donnerstagabend um 21:45 Uhr strahlt der Sender einen neuen Bericht über die Vorfälle um die gestohlenen Krebsmedikamente aus. ARD-Kontraste machte am 12. Juli die Öffentlichkeit auf die Vorfälle um die gestohlenen Krebsmedikamente aufmerksam.

Neue Verdächtige in Hessen

In dem neuen Bericht soll es unter anderem darum gehen, dass das kriminelle Netzwerk größer sein könnte, als bisher angenommen. So hat die Staatsanwaltschaft Potsdam in Hessen elf Wohnungen und Geschäftsräume durchsuchen lassen. Dabei seien Unterlagen und elektronische Daten sichergestellt worden, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit und bestätigte damit Informationen des ARD-Magazins Kontraste und des „Spiegels“. Die Ermittlungen richten sich gegen sieben Verdächtige im Alter von 29 bis 67 Jahren, die mit Lunapharm Geschäfte gemacht haben sollen.

Des Weiteren wurde die in Wiesbaden ansässige Firma Rheingold Pharma-Medica durchsucht, die nach Informationen von Kontraste genau wie die Firma Lunapharm von einer griechischen Apotheke mutmaßlich illegal beschaffte Krebsmedikamente bezogen haben soll. Aus griechischen Ermittlungsakten gehe hervor, dass die Firma allein 2016 für mehr als 1,4 Millionen Euro Medikamente aus Griechenland orderte, ohne laut Kontraste eine Großhandelserlaubnis zu besitzen.  

Wie lange wurden die betroffenen Arzneimittel ausgeliefert?

Neue Erkenntnisse liegen offenbar auch zu den Zeiträumen der mutmaßlich illegalen Machenschaften vor. So sollen zwischen 2013 und 2016 Medikamente im Wert von mehr als 20 Millionen Euro von der griechischen Apotheke an Lunapharm geliefert worden sein. Zudem soll der Handel bis März 2018 gedauert haben. Das Brandenburger Gesundheitsministerium ging bislang von einem Zeitraum zwischen 2015 und 2017 aus.

Wie groß ist das mutmaßlich kriminelle Netzwerk?

Weitere Spuren führen in die Schweiz: So hat die Schweizer Arzneimittelaufsicht Swissmedic am heutigen Donnerstag gemeinsamen Recherchen von Kontraste und Schweizer Medien zufolge einen Pharmagroßhändler im Schweizer Kanton Zug untersucht. Dieser soll ebenfalls Geschäftskontakte zu der griechischen Apotheke gehabt haben. Das kriminelle Netzwerk soll sich auch bis in die Niederlande und Italien erstrecken – DAZ.online berichtete bereits über den Verdacht, das Lunapharm auch illegal Medikamente nicht nur aus Griechenland, sondern auch aus Italien beschafft haben soll.


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Ermöglichung des kriminellen Arzneimittelhandels

von ratatosk am 23.08.2018 um 22:57 Uhr

Danke Ulla !
Dank an Politiker und GKV die sich nur um billig scheren.
Danke an die Behörden, die jede Semmel im Labor todsicher strafen, aber leider für lebensnotwendige Kontrollen in sensiblen Bereichen natürlich wieder kein Personal haben.

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