Testosteronsubstitution

Testogel-Beutel: Engpass-Ende in Sicht

Stuttgart - 22.08.2018, 13:35 Uhr

Testogel 50 mg in der 3er-Packung wird wieder ausgeliefert. (j/  Foto: Dr. Kade/Besins) 

Testogel 50 mg in der 3er-Packung wird wieder ausgeliefert. (j/  Foto: Dr. Kade/Besins) 


Im Dezember vergangenen Jahres teilte das Unternehmen Dr. Kade/Besins aufgrund der vielen Nachfragen aus Apotheken mit, dass es durch den Wechsel des Primärpackmittelzulieferers zu Lieferengpässen bei Testogel® im Beutel komme. Nun vermeldet der Hersteller, dass der Engpass behoben ist – das gilt allerdings nur für die höhere Dosierung mit 50 mg/Beutel. Der Vertrieb der 25 mg werde eingestellt, heißt es in einer Mitteilung. 

Seit Ende des vergangenen Jahres mussten Anwender von Testogel in einzeln dosierten Beuteln auf das Mehrdosenbehältnis, den Spender, ausweichen. Hintergrund waren laut Hersteller Probleme mit der Lieferfähigkeit bedingt durch den Wechsel des Zulieferers des Primärpackmittels. Im Dezember erklärte Hersteller Dr. Kade/Besins, dass es voraussichtlich bis März 2018 temporär Probleme geben werde. Nun hat es offensichtlich doch länger gedauert. Am gestrigen Mittwoch teilte das Unternehmen mit, dass die Probleme im Herstellungsprozess wegen des besagten Wechsels des Primärpackmittelzulieferers zwischenzeitlich behoben werden konnten. Was Testogel® 50 mg betrifft, würden beide Packungen wieder zur Verfügung stehen, allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten: 3x30 Beutel seit dem 20. August und 1x30 Beutel frühestens ab Mitte September 2018.

Testogel® 25 mg werde allerdings nicht weiter vertrieben, heißt es. Man stelle den Vertrieb aus wirtschaftlichen Gründen zum 1. September 2018 ein. Die Nachfrage nach diesem Präparat war bereits vor dem Lieferengpass stark zurückgegangen. Der Grund dafür ist nach Einschätzung des Herstellers die Einführung des Dosiergels gewesen, das seit März 2017 erhältlich ist.


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Alternativen bei männlichem Hypogonadismus 

Topisches Testosteron als Gel wird zur Testosteronsubstitution bei männlichem Hypogonadismus eingesetzt, wenn der Testosteronmangel klinisch und labormedizinisch bestätigt wurde. Aufgetragen wird es einmal pro Tag auf Schultern oder Arme oder den Bauch. Ungefähr am 2. Tag der Behandlung mit dem Gel erreichen die Testosteron-Plasmaspiegel ein Fließgleichgewicht (Steady-State). Neben Testogel® stehen in Gelform Testim® in Beuteln à 50 mg und Testotop®, das in Einzeldosen à 62,5 und 125 mg vermarktet wird, zur Verfügung sowie Tostran® im Pumpspender. 

Eine weitere topisch anzuwendende Option ist Axiron®, eine Lösung zum Auftragen auf die Haut der Achselhöhlen – ähnlich einem Deodorant. Alternativ können zur Behandlung des männlichen Hypogonadismus Kapseln (Andriol Testocaps®) sowie Depotinjektionen zum Einsatz kommen. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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