Deutscher Apothekertag 2018

ABDA: Keine Zeit für Apotheker-Diskussion mit Spahn

Berlin - 22.08.2018, 15:45 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (hier auf dem Pflegetag) wollte laut Apotheker Gunnar Müller auf dem DAT mit den Apothekern diskutieren. Die ABDA erklärt aber: Dafür wird wohl keine Zeit sein. (b/ Foto: Imago)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (hier auf dem Pflegetag) wollte laut Apotheker Gunnar Müller auf dem DAT mit den Apothekern diskutieren. Die ABDA erklärt aber: Dafür wird wohl keine Zeit sein. (b/ Foto: Imago)


Ganz klar: Der politische Höhepunkt auf dem diesjährigen Apothekertag wird die Rede von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sein. Der Minister hat angekündigt, den Apothekern bis zum DAT einige Lösungen, etwa im Versandhandelskonflikt, zu präsentieren. Apotheker Gunnar Müller aus Detmold hat Spahn angefragt, ob er nach seiner Rede mit den Apothekern diskutieren wolle. Dem Apotheker zufolge hat Spahn auch zugesagt. Gegenüber DAZ.online erklärte die ABDA nun aber, dass für Diskussionen wohl keine Zeit sein wird.

Die Rede von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim diesjährigen Deutschen Apothekertag (DAT) wird mit großer Spannung im Apothekerlager erwartet. In seinen Facebook-Live-Diskussionen hatte Spahn angekündigt, dass er den Pharmazeuten bis zum DAT Lösungsvorschläge in einigen Punkten vorlegen wolle. Beispielsweise geht es um den Versandhandelskonflikt. Spahn hatte auch angekündigt, Vorschläge zur Reform der PTA-Ausbildung vorzulegen.

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Für die Apotheker könnte sich aus dieser Rede viel Neues ergeben. Sehr verständlich ist daher der Wunsch danach, den Minister direkt vor Ort, also nach seiner DAT-Rede, zu diesen Lösungsvorschlägen zu befragen. Genau diesen Vorschlag hat nun Apotheker Gunnar Müller aus Detmold vorgebracht. Schon vor etwa zwei Wochen hat Müller daher das Ministerbüro kontaktiert und nachgefragt, ob sich Spahn nach seiner Rede ein paar Fragen aus der Hauptversammlung stellen würde.

Die Antwort des Ministeriums soll überraschend positiv ausgefallen sein: Laut Müller teilte das Ministerbüro dem Apotheker mit, dass Spahn sehr wohl bereit dazu sei, Fragen zu beantworten, allerdings nur „innerhalb des von der ABDA vorgegebenen Formates“, wie Müller DAZ.online mitteilte. Der Detmolder Apotheker schrieb daraufhin auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt an, um ihm die Diskussion mit Spahn als neuen Tagesordnungspunkt vorzuschlagen.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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18 Kommentare

Diskussion

von Florian Becker am 24.08.2018 um 11:13 Uhr

Nun ja.... ABDA-Communication as usual... in dem Punkt ist noch jede Menge Luft nach oben und so gaaaanz langsam sollten sich die Verantwortlichen fragen, ob da die richtigen Leute an der richtigen Stelle sitzen.

Abgesehen davon:
Hiermit teile ich offiziell mit, dass ich sehr gerne eine Stunde länger oder auch mehr auf dem DAT bleibe, damit Zeit für die Diskussion mit Spahn bleibt.
Und ich bin der sicher, dass ich diese Meinung mit den allermeisten Delegierten teile.

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Diskussion mit Spahn

von Alexander Zeitler am 23.08.2018 um 13:04 Uhr

Keine Zeit. Alle lachen sich kaputt. Dann lässt man eben eine bla bla Veranstaltung ausfallen und widmet sich dem Minister.
Wahrscheinlich hat man Angst vor Fragen und Statements der Basis. Sowas mag man bei der ABDA nicht.

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Spahn, und die Bereitschaft zur Diskussion, zum Totlachen!

von Heiko Barz am 23.08.2018 um 12:22 Uhr

Ich verkenne nicht den Unmut der Kollegen und bin desselben. Aber, liebe Kollegen, macht sich denn keiner Gedanken darüber, warum der GM sich so bereitwillig einer „Diskussion“ stellen möchte?
Erinnern wir uns des Stillhalteabkommens zwischen „uns Friedemann und Jens“, was glaubt Ihr wohl, was damals bekakelt wurde, damit Spahn bereit war, sich auf dem Apotag zu stellen?

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Was wirklich dahinter steckt

von Hendrik Krünägel am 23.08.2018 um 12:20 Uhr

Es ist so unfassbar, dass was anderes dahinter stecken muss. Spahn möchte gut da stehen und ein Gespräch anbieten was Ihn die ABDA nach Rücksprache verwähren soll, so dass Spahn einige Punkte bei der Apothekerschaft sammeln kann und sich gleichzeitig keinen lästigen Fragen stellen muss. Im Gegenzug wird der ABDA etwas zugesichert bzw. spricht Herr Spahn sich für dafür aus sich für uns einzusetzen. Alles andere wäre so traurig, dass man weinen möchte.

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Seid Ihr noch zu retten da oben?

von Silke Hans am 23.08.2018 um 8:28 Uhr

Ich fass es nicht! Spahn lacht sich ja tot über uns Bescheuerten. Da will er sich endlich einer Diskussion stellen und dann haben die keine Zeit??? Es müssten ALLE anderen Punkte gecanceled werden für diese Möglichkeit! Ich weiss nicht mehr, was wir an der Basis noch tun können, außer einen Mafiosi anzuheuern, der es wie einen Unfall aussehen lässt. Die ABDA- Leute sind doch alle mit dem Klammerbeutel gepudert.

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So sieht derzeit wohl Standesvertretung aus ...

von Alfons Neumann am 23.08.2018 um 0:33 Uhr

Sorry, liebe ABDA, so schafft Ihr Euch endgültig selbst ab - und das wäre wohl auch gut so !
Ein Diskussionsangebot vom Gesundheitsminister himself in dieser kritischen (EuGH-Urteil-)Situation abzulehenen - ob Lobbyist oder nicht ist momentan irrelevant - Hallo? Das grenzt mMn schon an Vorsatz. Das DAT-Programm muß sich dann gefälliigst an der Wichtigkeit und Realität orientieren und nicht umgekehrt !
Wohlfeile ABDA-Schweige-Gelübde zu Allem, gleichzeitig immer weiter steigende Kammer- und ABDA-Beiträge und noch mehr Bürokratismen vor Ort bringen der zahlenden Basis nunmal kein Brot auf den Tisch !

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Was wollt oder erwartet Ihr denn ?

von gabriela aures am 22.08.2018 um 23:24 Uhr

Wieso sind jetzt alle überrascht ?
Kürzlich in der Lindenstraße :Großes Getöse im Vorfeld zum Thema „ABDA erhöht sich den Haushalt“ - und dann ?
Mehr Zustimmung in der geheimen Wahl als im Vorjahr !

Und jetzt wieder das schon traditionelle, alljährliche Wutschnauben kurz vor dem geheiligten DAT, also 400 Erwählte , davon 395 „Gute“ und der Rest zwangsweise die üblichen Quotenquerulanten, die „Demokratie“ beim transparentesten aller Verbände spielen dürfen.
Die alljährliche stundenlange Lobpreisung des HGF der Leistungen der ABDA und die mitreißende Rede unseres Präsis (daskannerhalt) sind nunmal relevanter als das nackte Überleben von Betrieben und ihrer Angestellten.
Da läßt sich die ABDA doch nicht die Butter vom Brot nehmen ! Warum denn auch ?
Die Zwangsabgaben sprudeln doch weiterhin, da musste nichts vorweisen, da musste nur „ABDA“ draufschreiben .
UND: die absolut peinliche Reaktion der Apothekerschaft auf Petition von Christian Redmann ( https://www.openpetition.de/petition/online/versandhandelsverbot-fuer-rezeptpflichtige-arzneimittel-stellungnahme-zum-koalitionsvertrag) gereicht UNS nicht zur Ehre.

Die, die an den roten Knöpfen sitzen, haben Rücken, sobald es um Ehrlichkeit und Rückgrat geht.


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Deutlicher geht es nicht

von Reinhard Rodiger am 22.08.2018 um 23:15 Uhr

Spahn signalisiert Gesprächsbereitschaft und wird abgebürstet,
noch nicht mal direkt. Abtauchende Führung signalisiert fehlende Achtung. Deutlicher geht es nicht, einen Dialog zu torpedieren.Statt froh zu sein, dass da eine Öffnung erreicht wurde und sie zu nutzen.Ich hoffe, dass die Delegierten sich das nicht gefallen lassen und dies umgehend artikulieren.
Dieses Verhalten desavouiert ALLE.Ich würde mich schämen.

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Sommerloch

von Wolfgang Müller am 22.08.2018 um 22:18 Uhr

Es kann sich nur um eine Falschmeldung handeln.

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Beste Berufsvertretung in Deutschland

von Bernd Dotzauer am 22.08.2018 um 21:34 Uhr

Leute... Schaut doch mal, mit welchen wichtigen Themen in unserem Interesse die ABDA schon komplett überlastet ist! Einfach Homepage anschauen!

Etablierung von Pharmasecure. Tipps fürs grüne Rezept. Der Geschäftsbericht, der jeden brennend interessiert wie ein Bestseller. Normierungen der Testkäufe der Kammern.

Und zwischen den Kongressen und der dortigen Selbstbeweihräucherung muss man auch noch störende unverschämte Apothekerinnen zurechtweisen und ihnen das Mikrofon abdrehen, wenn man keine Antwort weiß.
Da bleibt keine Zeit für ne berufspolitische Vertretung, auch noch für so Marginalitäten wie RX-VV, Honoragutachten oder gar einem Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerin Energie zu verschwenden.
Der nächste Druck der Apothekenkampagne-Plakate kommt. Und der interessiert wirklich alle!

Ich kanns nicht glauben.... Aber wenn man fragt, dann steckt da Inder n geheime überlegene Taktik des Stillhaltens und "nicht Verärgerns dahinter". Die ABDA agiert im verdeckten. Und alles wird gut. Wie immer in den letzten 15 Jahren.....

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ernsthaft?

von Daniela von Nida am 22.08.2018 um 21:17 Uhr

Das ist ja wohl ein schlechter Scherz!? Was könnte besser sein, als eine direkte Diskussion? Liebe ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. wollt ihr unseren Berufsstand an die Wand fahren? Langsam frag ich mich, wofür wir eigentlich Mitgliedsbeiträge zahlen?!

Ich hatte heute ein sehr informatives Gespräch im hessischen Landtag - unter anderem war man völlig überrascht, dass es bei doch einigen vielen Apothekern mittlerweile um die Existenz geht. Wieso wird das von der ABDA nicht klar kommuniziert? Wieso sucht man nicht mehr den Dialog? Wieso passiert nicht endlich was zum Thema DocMo? Und wieso nimmt man die Chance nicht wahr zu diskutieren? Dann schreibt den Zeitplan halt um - oder kürzt die Anfangsrede!

Manchmal kommt es einem echt so vor, als wäre es pure Absicht...und das Ziel ist insgeheim die freie Marktwirtschaft

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Kein Gespräch mit Minister Spahn

von Reinhart Mertins am 22.08.2018 um 21:11 Uhr

Wie kann es sein, dass die ABDA als oberste Standesführung mit dem obersten Chef des Gesundheitswesens keine Zeit für ein Gespräch findet? Solch eine weltfremde überhebliche Art und Weise habe ich in über 40 Jahren Pharmazie noch nicht erlebt. Wie weit von der Basis muss man entfernt sein? Ich frage mich ernsthaft, wofür brauchen wir eine ABDA? Geld kann auch auf andere Art und Weise verbrannt werden - vielleicht sogar besser.

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Es ist einfach unfassbar........

von Dr. Christian Meisen am 22.08.2018 um 20:46 Uhr

, da engagiert sich ein Kollege aus WL, ringt dem Minister die Möglickeit zur vermutlich absolut notwendigen Diskussion ab, ABDA verweigert sich.
Ich hoffe, auch als Delegierter, dass sich über diese pseudodemokratische Veranstaltung aus den Reihen der Delegierten ein "shitstorm" ergiesst, welcher sich gewaschen hat. Ansonsten bewegen sich meine und vermutlich vieler anderen Kollegen/innen berufspolitischen Ambitionen gegen 0 !!!

ABDA es reicht: Wir fahren mit 500 km/h in einem Tunnel, an dessem Ende vermutlich lediglich ein Prellbock steht. Keine Transparenz und Antworten auch gegenüber den MO´s . Man kann nur hoffen, dass die Vision des geschätzten Kollegen Dr. Diefenbach real wird!
ABDA = WEGDA

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Meisen

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AW: Es ist einfach unfassbar

von gabriela aures am 22.08.2018 um 23:50 Uhr

„Ansonsten bewegen sich meine und vermutlich vieler anderen Kollegen/innen berufspolitischen Ambitionen gegen 0 !!!“

Mission completed.
Mehr will die ABDA doch nicht erreichen.

Ich glaub es nicht!

von Thesing-Bleck am 22.08.2018 um 20:06 Uhr

Das darf doch wohl nicht war sein, Politiker werden auf der Vollversammlung vom Suverän abgeschottet, ich fass es nicht!

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Out of Spahn

von Dr.Diefenbach am 22.08.2018 um 19:31 Uhr

Wie armselig!Die Diskrepanz zwischen Basis und Spitze-sie wird immer grösser.Es ist "keine Zeit" für Diskussionen mit der Basis.Klar,es ist ja "Sitzungswoche",da fehlt die Stunde für die Menschen,denen man uU vorher massive Veränderungen offeriert hat.Der Vorwurf geht NICHT an Herrn Spahn,es ist die geschmeidige Art der Planung,die Herr Dr.Kern,von dem man ja ununterbrochen als PR Spitzenvertreter hört,der Basis vor die Füsse wirft.DAFÜr zahlen wir?Mehr Geld 2019,mehr Stellen,noch mehr Intransparenz,mehr Glashausmentalität.Und dann vergesse ich auch nicht.Dass Gunnar Müller mit Herrn Spahn Kontakt aufnahm.Welch bodenlose Gemeinheit eines unliebsamen Kollegen,dem intellektuellen GF-Bereich derart in die Parade zu fahren...Gott,es ist einfach peinlich,WIE man bereits vor dem Apotag die Herde wieder zu gängeln versucht.Aber es kann auch in dieser Berufsstruktur,wenngleich es visionär ist,eines Tages passieren:Die Obrigkeit wird weggefegt.Allerdings:Man braucht ein besseres Modell.Keine Sorge:Es wird daran gearbeitet

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AW: Out of Spahn

von Bernd Jas am 22.08.2018 um 20:48 Uhr

Genau so ist es. Armselig!
Und all die Personen deren Netto nicht produktiv zu Stande kommt, sondern von allen bezahlt werden die es erwirtschaften, sollten nicht so respektlos mit den Belangen, ja mit den Schickksalen dieser Menschen umgehen.

Das ist doch alles kein Zufall mehr...

von Mathias Mallach am 22.08.2018 um 17:12 Uhr

... da steckt doch wirklich System dahinter.

Ikk

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