1. Halbjahr 2018

Shop Apotheke verdoppelt Umsatz, bleibt aber in den roten Zahlen

München - 14.08.2018, 13:00 Uhr

Die Shop Apotheke wächst weiter. Auch bedingt durch die Zukäufe konnte sich der Versender alleine bei den Bestellungen um 45 Prozent steigern. Trotzdem schreiben die Niederländer nach wie vor Verluste. ( r / Foto: Shop Apotheke)

Die Shop Apotheke wächst weiter. Auch bedingt durch die Zukäufe konnte sich der Versender alleine bei den Bestellungen um 45 Prozent steigern. Trotzdem schreiben die Niederländer nach wie vor Verluste. ( r / Foto: Shop Apotheke)


Die nach eigenen Angaben führende Online-Apotheke Kontinentaleuropas, Shop Apotheke Europe, setzt ihren Wachstumskurs fort. Sowohl beim Umsatz als auch bei der Zahl der Kunden legte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten 2018 erneut deutlich zu. Allerdings geht das Wachstum zu einem erheblichen Teil auf Zukäufe zurück. Und: Der Verlust hat sich im ersten Halbjahr nahezu verdoppelt. Ungeachtet dessen will das Unternehmen weiter zukaufen.

Die Zahlen, die die niederländische Versandapotheke Shop Apotheke Europe zum Abschluss des ersten Halbjahres 2018 präsentiert, wirken beeindruckend: Demnach hat der Konzern seinen Umsatz in dieser Periode gegenüber der Vorjahreszeit um 103 Prozent auf 257,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. In Deutschland, dem größten und wichtigsten Markt für das Unternehmen, kletterte der Erlös gar um 120 Prozent auf 202 Millionen Euro. Die Anzahl aktiver Kunden stieg demnach zum Stichtag um 27 Prozent auf 2,8 Millionen, und auch die sogenannte Ebitda-Marge, die ausdrückt, wieviel der Konzern mit jedem umgesetzten Euro verdient, hat sich verbessert: von minus 3,9 Prozent auf minus 2,7 Prozent. Im Klartext: Das Unternehmen machte im ersten Halbjahr bei jedem Geschäft etwas weniger Verlust als noch in den ersten sechs Monaten 2017.

Die Zahlen weisen also in eine positive Richtung, können aber nicht verheimlichen, dass das Unternehmen unter dem Strich nach wie vor – und stärker als zuvor – tief in den roten Zahlen operiert. Denn das betriebliche Ergebnis (Ebit), eine wesentliche Kennziffer in der Gewinn- und Verlustrechnung, fiel mit minus 13,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr nahezu doppelt so schlecht aus wie noch ein Jahr zuvor, als minus 7,1 Millionen Euro in den Büchern standen. Das Netto- oder Periodenergebnis lag nach den ersten sechs Monaten mit fast minus 15 Millionen Euro sogar noch niedriger. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug das Periodenergebnis Ende Juni minus 8,1 Millionen Euro. Eine wesentliche Ursache für den deutlich gestiegenen Verlust liegt in einer starken Zunahme der Vertriebs- und Verwaltungskosten, die sich zusammen auf fast 60 Millionen Euro summierten.

Zukäufe schieben Umsatz an

Zu berücksichtigen ist auch, dass ein bedeutender Teil des Umsatzwachstums auf Zukäufe zurückgeht, insbesondere auf die erstmalige vollständige Konsolidierung der im November 2017 akquirierten Europa Apotheek. Die hatte es nach früheren Angaben auf einen Jahresumsatz von immerhin 144 Millionen Euro gebracht, der nun anteilig für die ersten sechs Monate im Konzernerlös enthalten ist. Da sich mit der Übernahme der Europa Apotheek auch der Anteil rezeptpflichtiger Medikamente im Gesamtsortiment erhöhte, ging die Bruttomarge auf Konzernebene um 3,5 Prozentpunkte auf 18,0 Prozent zurück. Dies ist ein Hinweis darauf, dass mit Rx-Arzneimitteln weniger Geld zu verdienen ist als mit rezeptfreien Produkten.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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