Zweites Quartal 2018

Mylan: Schlechte Zahlen, neue US-Strategie

Berlin - 09.08.2018, 12:15 Uhr

Mylan-CEO Heather Bresch stellt derzeit die Strategie ihres Konzerns für die USA um, weil die Umsätze des Pharmakonzerns in Nordamerika derzeit einbrechen. ( r / Foto: Imago)

Mylan-CEO Heather Bresch stellt derzeit die Strategie ihres Konzerns für die USA um, weil die Umsätze des Pharmakonzerns in Nordamerika derzeit einbrechen. ( r / Foto: Imago)


Der Preiswettbewerb unter den Generika-Herstellern in den USA beutelt anhaltend auch den Pharmakonzern Mylan. Im zweiten Quartal brachen die Umsätze des Generikaherstellers in Nordamerika um mehr als ein Fünftel ein, wie das Unternehmen am gestrigen Mittwoch in Hertfordshire mitteilte. Der Konzern kürzte wegen der Probleme nicht nur seine Jahresziele, das Management zieht vielmehr die Notbremse und kündigte eine Überprüfung seiner Strategie an.

Bei Anlegern sorgte diese Ankündigung aber nicht für Vertrauen. Der Mylan-Aktienkurs sackte zum gestrigen Handelsbeginn um fast 9 Prozent ab. Weltweit waren im zweiten Quartal bei Mylan die Erlöse um 5 Prozent auf 2,81 Milliarden Dollar zurückgegangen. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie war um 3 Prozent auf 1,07 Dollar gefallen, Analysten hatten hingegen mit einem deutlichen Anstieg gerechnet.

Während des zweiten Quartals sei Mylan in Europa und dem Rest der Welt wie erwartet vorangekommen, sagte Konzernchefin Heather Bresch laut Mitteilung. Mylan stehe damit auf einem starken internationalen Fundament. Der Umbruch der Branche in den USA jedoch überschatte alle Bemühungen. Mylan hat nun auf höchster Leitungsebene ein Team zusammengestellt, das Optionen für den Konzern ausloten soll. Konkreter, wie diese Pläne aussehen könnten, wurde das Management zunächst nicht. Auch wurde kein Zeitrahmen für die Überprüfung genannt.

Mylan-Aktie: Seit Januar 2018 ein Fünftel an Wert verloren

Mylan betonte zudem, dass es sich von der US-Öffentlichkeit zu Unrecht abgestraft sieht. In den Vereinigten Staaten würde die Stärke des internationalen Geschäfts von Mylan, das inzwischen mehr als 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmache, unterschätzt. An der Börse hat die Mylan-Aktie allein seit Januar fast ein Fünftel an Wert verloren.

Die Probleme in der Branche sind nicht neu. Der Preiskampf wurde unter anderem entfacht, weil die Arzneimittelbehörde FDA neuerdings beim Zulassungsprozess aufs Tempo drückt. In diesen Strudel gerieten auch viele namhafte Unternehmen. So schlitterte etwa auch der weltgrößte Generikahersteller Teva in den USA in die Krise.


bro / dpa
brohrer@daz.online


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