Online-Geschäft des „Umschau“-Verlags

Bestell-Plattform für alle Apotheken: Wort & Bild sucht Partner 

Stuttgart - 27.07.2018, 07:00 Uhr

Andreas Arntzen, Geschäftsführer beim Wort & Bild Verlag, sieht in „Insellösungen“ keine Zukunft. (Foto: Wort & Bild Verlag)

Andreas Arntzen, Geschäftsführer beim Wort & Bild Verlag, sieht in „Insellösungen“ keine Zukunft. (Foto: Wort & Bild Verlag)


Die Apotheker vor Ort wollen das Online-Geschäft offenbar nicht den großen Playern überlassen. So drängt eine Vielzahl an Vorbestell-Apps und -Plattformen auf den Markt – alle mit dem Ziel, in der Apotheke vor Ort online bestellen zu können. Andreas Arntzen, Geschäftsführer beim Wort & Bild Verlag, sieht in diesen „Insellösungen“ keine Zukunft. Seiner Meinung nach wird die Apothekerschaft nur mit einer gemeinsamen Plattform Amazon und Co. die Stirn bieten können. 

Lieber selber machen, als das Online-Geschäft DocMorris und Co. oder gar Amazon zu überlassen – diese Botschaft ist in der Apothekerschaft offenbar angekommen. Bestellen digital, abholen in der Apotheke vor Ort oder von dieser per Botendienst liefern lassen, lautet die Prämisse. So bieten beispielsweise Dienstleister wie apotheken.de, die Großhändler und die Softwarehäuser Webshop-Lösungen und/oder Vorbestellapps an. Auch die standeseigene VSA kam jüngst mit einer App um die Ecke. Diese hat den Vorteil auf ihrer Seite, dass sie von den Apothekerverbänden gepusht wird – in Baden-Württemberg ist sie für Verbandsmitglieder kostenlos. 

Nun hat sich ein weiterer großer Player im Apothekenmarkt zu Wort gemeldet – der Wort & Bild Verlag. Allerdings nicht mit einer eigenen App oder einen neuen Plattform, sondern vielmehr mit einer strategischen Ansage. Denn nach Ansicht von Geschäftsführer Andreas Arntzen sind sämtliche Insellösungen zum Scheitern verurteilt. „Nur eine konzertierte Lösung wird am Ende bestehen können“, sagt er im Interview mit DAZ.online. Selbst der Wort & Bild Verlag, dessen digitale Angebote wie beispielsweise die App laut Arntzen 10.000 Apotheken nutzen, sei allein nicht groß genug.

Auch drei oder vier Player, die sich zusammentun, reichen seiner Meinung nach nicht aus. Und dabei gehe es nicht primär darum, DocMorris und Co. die Stirn zu bieten, da ständen weit größere Player in den Startlöchern, allen voran Amazon. Ob das in drei, in vier oder in sieben Jahren auf Deutschland zukommt, könne niemand sagen, aber es ginge darum sich jetzt strategisch auszurichten, „mit einer gemeinsamen Plattform für alle Apotheker“, so der Verlagschef.


„Insellösungen sind zum Scheitern verurteilt“

 Andreas Arntzen, Geschäftsführer Wort & Bild Verlag


Wie soll es Arntzens Vorstellungen zufolge also weitergehen? „Nun geht es darum, Partner für eine gemeinsame Plattform zu finden. Da muss man die Egoismen auch mal beiseiteschieben. Hier geht es nicht um Anteile, sondern um eine Lösung“, so Arntzen weiter. Infrage kommen für den Geschäftsführer hier alle, deren Kerngeschäft ebenso am Erhalt der Apotheke vor Ort hängt wie das des Verlags. Man habe eine historische Chance, das Thema zu ergreifen, erklärt er – einen Satz, den er übrigens auch schon von anderen Markteilnehmern gehört habe, wie er sagt. Seiner Meinung nach bedarf es einer Plattform, die bundesweit funktioniert. Kein Kunde wolle in Hamburg eine andere App als in München oder eine, die in bestimmten Gegenden nur wenige Apotheken anzeigt, weil keine teilnehmende in der Nähe ist.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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