Antwort der Bundesregierung

BMG: Für die Telematikinfrastruktur reicht zunächst auch langsames Internet

Berlin - 27.07.2018, 12:45 Uhr

Super Highspeed-Internet, um an die Telematikinfrastruktur angeschlossen zu werden? Laut Bundesregierung ist das zumindest bei den ersten Schritten nicht notwendig. (b / Foto: Imago)

Super Highspeed-Internet, um an die Telematikinfrastruktur angeschlossen zu werden? Laut Bundesregierung ist das zumindest bei den ersten Schritten nicht notwendig. (b / Foto: Imago)


Die Anbindung der Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur, also die geplante „Datenautobahn“ im Gesundheitswesen, ist in vollem Gange. Auch die Apotheken sollen an die sogenannte TI angebunden werden, etwa für den E-Medikationsplan. Die Grünen wollten von der Bundesregierung wissen, welche Anforderungen die Internetanschlüsse der Leistungserbringer für die Anbindung erfüllen müssen. Die Antwort: Für die ersten Schritte reicht theoretisch sogar ein ISDN-Anschluss.

Wie hoch muss die Bandbreite des Internetanschlusses einer Apotheke sein, damit sie an die geplante Telematikinfrastruktur angebunden werden kann? Und wie viele Arztpraxen, Kliniken und Apotheken erfüllen diese technischen Anforderungen eigentlich schon? Mit diesen Fragen hat sich die Bundestagsfraktion der Grünen beschäftigt und eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung geschickt. Konkret wollten die Grünen wissen, wie groß der Anteil von Apotheken auf dem Land ist, die über einen Internetanschluss verfügen, der schneller als 50 Mbit/s ist. Auch nach eventuellen Glasfaseranschlüssen der Apotheken fragte die Oppositionsfraktion.

Die Antwort der Bundesregierung dazu liegt nun vor. In der Vorbemerkung erklärt das Bundesgesundheitsministerium (BMG), dass die Regierung den Breitbandausbau mit milliardenschweren Fördergeldern unterstütze. Ob und in welcher Region solche Breitbandanschlüsse auch in Apotheken jetzt schon möglich oder vorhanden sind, beantwortet das BMG allerdings nur indirekt und verweist auf den sogenannten Breitbandatlas des Verkehrsministeriums. Was die Internetanschlüsse der Kliniken betrifft, liefert das Ministerium einige konkrete Zahlen aus einzelnen Bundesländern. In Sachsen hat die Mehrzahl der Kliniken beispielsweise einen Anschluss, der zwischen 10 und 50 Mbit/s liegt. In Mecklenburg-Vorpommern lagen die meisten Krankenhäuser, die sich an der Umfrage beteiligten, allerdings noch zwischen 0 und 49 Mbit/s.

Aus der Antwort des Ministeriums geht jedoch auch hervor, dass für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Anwendung der anfangs geplanten Funktionen (z.B. Versichertenstammdatenmanagement, kurz VSDM) gar keine übermäßig schnelle Verbindung notwendig ist. So habe die Gematik die TI bereits erprobt und die Performanz des Versichertenstammdatenmanagements getestet. Das Ergebnis laut BMG: „Hierfür existierten auch Mengenvorgaben zu Erprobungsteilnehmern mit geringer Bandbreite (UMTS und Bandbreiten kleiner als < 1024 kbit/s). Aus der Erprobung ergab sich, dass auch eine geringe Bandbreite nicht zu Einschränkungen bei der Durchführung eines spezifikationskonformen Online-Abgleichs der Versichertenstammdaten führte.“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.