Pro und Kontra

Pflichtfortbildung: DAZ-Leser sind dagegen

Stuttgart - 18.07.2018, 13:00 Uhr

Leere
Hörsäle sind bei den Apothekern eine Seltenheit. Der Berufsstand
bildet sich gerne und regelmäßig fort. Die Befürworter einer
Pflichtfortbildung sind allerdings in der Unterzahl. (m / Foto: Anke Thomass / stock.adobe.com)

Leere Hörsäle sind bei den Apothekern eine Seltenheit. Der Berufsstand bildet sich gerne und regelmäßig fort. Die Befürworter einer Pflichtfortbildung sind allerdings in der Unterzahl. (m / Foto: Anke Thomass / stock.adobe.com)


Soll die Fortbildung der Apotheker in Deutschland obligatorisch und Verstöße bestraft werden? Immer wieder wird diese Frage zum Beispiel bei Kammerversammlungen diskutiert. Die Berufskollegen in anderen europäischen Staaten müssen regelmäßig nachweisen, dass sie sich auf dem aktuellsten Stand halten. Wir haben unsere Leser gefragt, ob dies auch hierzulande denkbar wäre.

„Das wäre berufspolitischer Selbstmord“, sagt Dr. Peter Kaiser, Apothekeninhaber aus der Nähe von Stuttgart. Er sei kein Gegner von Fortbildungen, aber die Offizinapotheker würden ohnehin in Bürokratie ertrinken. „Eine sanktionierte Pflichtfortbildung würde den Unmut unter den Kollegen verstärken“, so Kaiser weiter. Er kann sich nicht vorstellen, wie es die Kammern bewerkstelligen sollen, neben ihrem eigenen Fortbildungsangebot auch als Akkreditierungsstelle zu dienen und Sanktionen gegen ihre eigenen Mitglieder auszusprechen. „Von Gewaltenteilung kann keine Rede mehr sein“, merkt er an.

Anreize statt Kontrollen

„Anwesenheitspflicht und Noten waren schon in der Schule kein Garant für Wissbegierde. Wenn wir gemeinsam eine Qualitätsverbesserung erreichen wollen, müssen wir dafür Anreize setzen und nicht noch mehr gesetzliche Regelungen und Kontrollen“, kommentiert ein Leser auf DAZ.online dazu.

Ein weiterer Leser meint: „Ist eigentlich jedem klar, dass ich Verstöße gegen die längst bestehende Fortbildungspflicht nur ‚bestrafen‘ kann, wenn ich Wissen bzw. Fertigkeiten streng PRÜFE? Sonst wäre es ja keine Pflicht zur Fortbildung, sondern eine Pflicht zum Besuch von Fortbildungs-VERANSTALTUNGEN.“



Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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2 Kommentare

Bemerkung

von Beatrix Mayer am 23.07.2018 um 12:37 Uhr

Was eventuell doch zu wenig erwähnt wird: wie soll ein/e ApothekerIn in Leitungsfunktion in einer kleinen Apotheke diese Menge an Fortbildungen schaffen? Da gehen so Dinge wie Lesen der Fachzeitschriften, Webinare, Firmenschulungen z.B. im Internet, Austausch mit befreundeten Apothekern - diese Arten der Fortbildung sind aber teilweise nicht zu beweisen!

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Die Pflicht gibt es bereits

von Pharmakus am 18.07.2018 um 19:59 Uhr

"67 Prozent möchten, dass Fortbildungen weiterhin freiwillig bleiben"... In den Berufsordnungen steht aber bereits, dass es eine Pflicht ist. Wie wäre es denn mit Konzepten wie in den USA oder UK. Fortbildung als kontinuierlicher Kreislauf - wo sind Lücken - wie schließe ich sie - war der Versuch (z. B. das Seminar) erfolgreich - wo sind Lücken... Das ganze wird dokumentiert und stichprobenhaft überprüft. Wenn es die Kammern nicht machen sollen, vielleicht durch die Aufsichtsbehörden...

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