Valsartan-Alternativen

AOK Rheinland/Hamburg übernimmt Zuzahlung und Mehrkosten bei Valsartan

Stuttgart - 13.07.2018, 14:00 Uhr

Die Barmer, die DAK und die TK übernehmen die Zuzahlung bei nicht rabattierten Valsartan-Präparaten, die AOK Rheinland/Hamburg erstattet Patienten zusätzlich auch die Mehrkosten. (s / Foto: Sket)

Die Barmer, die DAK und die TK übernehmen die Zuzahlung bei nicht rabattierten Valsartan-Präparaten, die AOK Rheinland/Hamburg erstattet Patienten zusätzlich auch die Mehrkosten. (s / Foto: Sket)


Gute Nachrichten für Valsartan-Patienten der AOK Rheinland/Hamburg: Die Krankenkasse bestätigt gegenüber DAZ.online, sowohl anfallende Zuzahlungen als auch Mehrkosten für ihre Versicherten zu übernehmen. Die AOK Nordost will für die Mehrkosten bei Verordnungen über Altoriginale wie Diovan oder Provas hingegen nur einmalig aufkommen. Barmer, DAK und Techniker Krankenkasse übernehmen wiederum nur die Zuzahlung bei alternativen Valsartan-Präparaten. 

Sonderlich viele Valsartan-Hersteller teilen sich den Valsartan-Markt derzeit nicht. Die einzigen nicht vom chinesischen Hersteller und dessen potenziellen Verunreinigungen betroffenen Pharmakonzerne lassen sich aktuell an einer Hand abzählen: Aurobindo, Mylan dura, Novartis und TAD Pharma.

Das ist ärgerlich und mühsam auf vielen Ebenen: Für Apotheker, Patienten, Ärzte und Großhändler. Der Unmut der Patienten dürfte spätestens dann offenbar werden, wenn sie ihr gewohntes Valsartan nicht über den HV-Tisch der Apotheke gereicht bekommen. Hatten sich Patienten vielleicht in den letzten Jahren mit wechselnden Präparaten arrangiert und mit Rabattverträgen „angefreundet“, so hört das Verständnis meist relativ rasch auf, wenn das alternative und nicht rabattierte Arzneimittel plötzlich zuzahlungspflichtig ist, über dem Festbetrag liegt und dann noch zusätzlich Mehrkosten anfallen.

Ganz absurd ist diese Überlegung nicht, denn Originalhersteller Novartis (vom Rückruf nicht betroffen) bietet „Diovan 160 mg protect Filmtabletten 98 Stück“ mit einem VK von 109,75 Euro an. Das bedeutet: Fünf Euro Zuzahlung für den Patienten und 85,51 Euro an Mehrkosten, die zu schultern sind.

Nur AOK Rheinland erstattet Zuzahlung und Mehrkosten

„Good news“ heißt es jetzt allerdings für Valsartan-Patienten bei der AOK Rheinland/Hamburg. Denn die Primärkasse erklärt, Zuzahlung und Mehrkosten bei alternativen Valsartan-Präparaten, auf die ihre Versicherten ausweichen müssen, zu übernehmen. Die AOK hat zwar fast flächendeckend Valsartan-Rabattverträge mit TAD Pharma geschlossen, und zwar sowohl für die Mono- als auch die Kombinationspräparate. Nur zwei Gebietslose, die AOK Rheinland/Hamburg sowie die AOK Nordost, haben aber beim Valsartan-Monopräparat Rabatt-Vereinbarungen mit Heumann getroffen. Und im Gegensatz zu TAD Pharma ist Heumann vom Rückruf betroffen. Den Patienten der AOK Rheinland/Hamburg und Nordost könnten somit tatsächlich zusätzliche Kosten durch Zuzahlung und Mehrkosten drohen.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Valsartan-Zuzahlung?

von Heiko Barz am 14.07.2018 um 12:15 Uhr

Die „Gönner“-KKassen : großzügig?
Wie war das noch, wer die Musik bestellt, hat sie auch zu bezahlen!?
Den kompletten „Rabattzirkus“ kennen wir alle, und wissen wer die Treiber dieser Rabattschlachten sind.
Die Großzügigkeit der besagten Kassen ( mit der sofortigen Einschränkung auf „einmalige Bezahlung der Zusatzkosten“) wird dabei wegen der Komlexivität der Beweisunterlagen beim Patienten meist im Sande verlaufen. Diesen Vorgang kennen wir zur Genüge.
Interessant bei diesen Zugeständnissen der KKassen ist die beiläufige Bemerkung, und man sieht daraus das dieses Vorgehen ohne Schwierigkeiten machbar ist, die zusätzliche Rezeptgebühr zu erstatten. Das heißt doch, dass die KKassen die für sie so wichtige Rezeptgebühr ohne Belastung selbst bei den Patienten einholen könnte und das auch im Digitalzeitalter via Einzug erledigen könnten.
Das die KKassen das aber nicht tun werden, ist aus den bekannten Gründen erklärlich. Der dusslige Apotheker soll ja als angreifbare Hardware immer an der Front sein.

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