Antibiotika-Forschung

Mit Arzneimittel-Mischungen gegen multiresistente Bakterien

Stuttgart - 09.07.2018, 17:00 Uhr

Können Arzneimittel-Mischungen im Kampf gegen schwere Infektionen helfen? (b / Foto: Kateryna_Kon / stock.adobe.com)

Können Arzneimittel-Mischungen im Kampf gegen schwere Infektionen helfen? (b / Foto: Kateryna_Kon / stock.adobe.com)


Es ist eines der ganz großen Gesundheitsprobleme: Bakterien, denen kaum noch ein Antibiotikum etwas anhaben kann. Neue Wirkstoffe müssen her. Oder etwa doch nicht?

Im Kampf gegen resistente Bakterien könnten bereits bekannte, aber mit anderen Stoffen aufgepeppte Medikamente helfen. Das haben Forscher um Ana Rita Brochado vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (Embl) in Heidelberg eindrücklich belegt. Sie hatten im Labor getestet, wie knapp 3000 verschiedene Kombinationen von Antibiotika und anderen Mitteln auf Bakterien wirken. Den Forschern zufolge war es die bislang größte Untersuchung dieser Art. Dabei ging es um grundsätzliche Wechselwirkungen zwischen den untersuchten Stoffen, zu neuen Therapien ist es noch ein weiter Weg.

250.000 Menschen sterben jährlich an resistenten Tuberkulose-Erregern

Antibiotikaresistente Bakterien sind nicht nur, aber vor allem für immungeschwächte Menschen eine Gefahr. Bei rund 500.000 neuen Tuberkulose-Fällen 2016 wirkten laut Weltgesundheitsorganisation WHO schon mindestens zwei Antibiotika nicht mehr, 250.000 Menschen sterben pro Jahr an resistenten Tuberkulose-Erregern. Auch gegen schwere Lungenentzündung oder Harnwegsinfekte helfen gängige Antibiotika teilweise nicht mehr. Zugleich wird es für Forscher und Industrie immer härter, neue Waffen gegen die Bakterien zu entwickeln.

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Das internationale Team kombinierte insgesamt 79 Stoffe – darunter Antibiotika, andere Medikamente und Nahrungsmittelzusätze – jeweils paarweise. Dann schauten die Forscher, wie drei Bakterienarten auf die Mischungen reagierten. Pseudomonas aeruginosaEscherichia coli und Salmonella typhimurium sind bekannt dafür, besonders oft Resistenzen gegen Antibiotika zu entwickeln.



dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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