Apotheker-Ärzte-Projekt in der Schweiz

Weniger Medikamente für eine höhere Versorgungsqualität

Berlin - 09.07.2018, 07:00 Uhr

Im Schweizer Kanton Wallis haben Apotheker und Ärzte ein Arzneimittelprojekt gestartet, das zum Ziel hat, unnötige Arzneimitteleinnahmen zu reduzieren. ( r / Foto: Imago)

Im Schweizer Kanton Wallis haben Apotheker und Ärzte ein Arzneimittelprojekt gestartet, das zum Ziel hat, unnötige Arzneimitteleinnahmen zu reduzieren. ( r / Foto: Imago)


Die Ärztegesellschaft des schweizerischen Kantons Wallis und die Apothekergesellschaft Pharmavalais haben ein gemeinsames Projekt auf den Weg gebracht. Das Ziel: Weniger verschreiben und damit die Patienten besser versorgen.

Ein Projekt von Ärzten und Apothekern im Schweizer Kanton Wallis mit Namen „Less is more together“ soll dabei helfen, systematische Arzneimittelverordnungen abzubauen, die unwirksam oder nicht erforderlich sind. Dabei steht „less is more“ für die Strategie „weniger ist mehr“ und „together“ für die Einbindung von Ärzten, Apothekern und Patienten. Das dahinterstehende Konzept bezeichnet die Medizin als „Deprescribing" (Rück-Verordnung).

Patienten geben Rückmeldung

Ein innovativer Ansatz des Vorhabens liegt in der wichtigen Rolle, die den beteiligten Patienten dabei zukommt. Sie sollen regelmäßig Rückmeldungen zum Verlauf geben, die dann als wichtiges Element für die Auswertung und Beurteilung des Erfolgs des Projekts dienen sollen. Der Arzt soll nach einer wissenschaftlichen Kategorisierung unterscheiden zwischen Patienten, die auf eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind und denjenigen, die diese reduzieren oder sogar absetzen können. 67 Ärzte und 37 Apotheker aus dem Kanton sollen bereits zugesagt haben, sich an der Initiative zu beteiligen. „Das Projekt kann große Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten haben“, meint die Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft Monique Lekhy Hagen. Für Pierre-Alain Buchs, Projektleiter seitens der Apothekergesellschaft des Kantons Pharmavalais, wird der Apotheker dadurch die Betreuung der Patienten intensivieren müssen. 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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