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Hamamelis – Zaubernuss wirkt bei Hämorrhoiden

Stuttgart - 24.10.2018, 13:40 Uhr

Entzündungshemmend und blutstillend: die Zaubernuss. (Foto: scaleworker / stock.adobe.com)

Entzündungshemmend und blutstillend: die Zaubernuss. (Foto: scaleworker / stock.adobe.com)


Ihr Name verspricht Zauberkraft. Tatsächlich beeindruckt die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) mit fast magischen Fähigkeiten – in botanischer Hinsicht. Doch auch pharmazeutisch hat der nordamerikanische Strauch viel zu bieten. So wirken Hamamelis-Zubereitungen adstringierend, entzündungshemmend und blutstillend. Das macht sie zu geeigneten Phytotherapeutika bei Haut- und Hämorrhoidalbeschwerden.  

Ungewöhnlicher Blütenzauber  

Wenn andere Blütenpflanzen eine Ruhepause einlegen, ist die Zeit der Zaubernuss gekommen: Im Spätherbst oder Winter bringt sie ihre goldgelben Blüten hervor. Diese sind in Büscheln angeordnet und haben jeweils vier sehr lange, schmale Blütenblätter. Dadurch sehen die Blüten wie zerfranst aus. Wegen des winterlichen Blütenzaubers ist die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) eine beliebte Zierpflanze in Gärten und Parks.

Heimisch in Nordamerika

Der Hamamelis-Strauch ist im östlichen Nordamerika zu Hause, so auch im US-Bundesstaat Virginia. Davon leitet sich der Artname „virginiana“ ab. Im 18. Jahrhundert gelangte Hamamelis virginiana nach Europa. Der Strauch aus der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae) wird meist zwischen drei und sechs Meter hoch. Wenn er im Sommer seine breiten grünen Blätter trägt, ähnelt er unserem heimischen Haselnussstrauch.

Botanische Besonderheiten

Der wohlklingende Gattungsname „Hamamelis“ ist botanisch aussagekräftig. In ihm stecken nämlich die altgriechischen Wörter „hama“ für „gleichzeitig“ und „melon“ für „Frucht“. Sie besagen, dass Blüten und Früchte zur gleichen Zeit am Hamamelis-Strauch stehen. Die holzigen Kapselfrüchte haben einen faszinierenden Katapultmechanismus entwickelt: Wenn sie reif sind, springen sie derart heftig auf, dass die zwei enthaltenen Samen – wie von Zauberhand – mehrere Meter weit fortgeschleudert werden.  

Heilschatz der Indianer

Die Indianer Nordamerikas erkannten die Zaubernuss als Heilpflanze. Sie nutzten Abkochungen aus Blättern und Rinde von Hamamelis virginiana unter anderem zur Behandlung von Wunden und Hautentzündungen. Auf die blutstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften wurden auch die weißen Siedler aus Europa aufmerksam. Sie verwendeten zum Beispiel getrocknete Hamamelis-Blätter als Nasentamponaden, um Nasenbluten zu stoppen. Bei Hautrötungen brachten sie Blätter- und Rindenabkochungen auf die betroffenen Stellen auf.

Erste Hamamelis-Salbe

Auch in die medizinische Wissenschaft fand Hamamelis Eingang. So ist in der nordamerikanischen Fachliteratur des 19. Jahrhunderts unter anderem die Behandlung von Hämorrhoidalleiden mit Hamamelis-Abkochungen beschrieben. Der Leipziger Apotheker Dr. Willmar Schwabe machte die Heilkraft der Zaubernuss auch in Deutschland verfügbar. Im Jahr 1878 brachte er die erste Hamamelis-haltige Salbe auf den Markt. Diese ist heute unter dem Namen Hametum® bekannt.



Ulrike Weber-Fina, Diplom-Biologin, Autorin PTAheute.de
redaktion@daz.online


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