Gesundheitsministerkonferenz

Gesundheitsminister: Mehrfach-Rabattverträge nein, Stationsapotheker ja

Berlin - 21.06.2018, 17:50 Uhr

Die Gesundheitsministerkonferenz (hier mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn) hat am heutigen Donnerstag einen Vorschlag zur Vermeidung von Mehrfach-Rabattverträgen stark abgeschwächt. (Foto: MAGS NRW)

Die Gesundheitsministerkonferenz (hier mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn) hat am heutigen Donnerstag einen Vorschlag zur Vermeidung von Mehrfach-Rabattverträgen stark abgeschwächt. (Foto: MAGS NRW)


Die Gesundheitsminister der Bundesländer haben sich an den vergangenen beiden Tagen zur 91. Gesundheitsministerkonferenz in Düsseldorf getroffen. Dabei lag ihnen ein Antrag zur Vermeidung von Arzneimittel-Lieferengpässen vor, der unter anderem eine Prüfbitte zu verpflichtenden Mehrfach-Rabattverträgen enthielt. Quasi in letzter Minute haben die Minister diesen Antrag aber stark abgeschwächt. Eine andere Forderung zur flächendeckenden Einführung von Stationsapothekern wurde allerdings beschlossen.

Die Gesundheitsministerkonferenz, die in den vergangenen beiden Tagen in Düsseldorf stattfand, wurde insbesondere in der Arzneimittelbranche mit Spannung erwartet: Schließlich hatten die Chefs der Landesgesundheitsbehörden einige Anträge als Beschlussvorlage für die Gesundheitsminister vorbereitet, die auch für Apotheker sehr wichtig sind: Einerseits ging es um eine Prüfbitte an das Bundesgesundheitsministerium zum Thema Stationsapotheker: Das BMG sollte prüfen, ob Pharmazeuten zur Verbesserung der AMTS nicht überall in Deutschland auf Stationen eingesetzt werden könnten.

Der Passus zu den Stationsapothekern ist Teil eines größeren Antrages mit dem Titel „Patientenorientierung als Element einer zukunftsweisenden Gesundheitspolitik“, den die Gesundheitsminister heute beschlossen haben. Wörtlich heißt es dort nach leichten Änderungen:


Die GMK sieht im Sinne der Patientensicherheit auch die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als  zentrales Kriterium einer qualitätsorientierten Gesundheitsversorgung an. In diesem Sinne bittet die  GMK das BMG zu prüfen, ob und wie die ländereigenen Regelungen durch Regelungen auf Bundesebene unterstützt werden können, insbesondere im Krankenhausbereich z.B. durch Regelungen zur Hinzuziehung von Apothekerinnen und Apothekern für das Medikationsmanagement  im Rahmen der patientenindividuellen Arzneimitteltherapie auf den Stationen, durch die  verbindliche Einrichtung von Arzneimittelkommissionen und durch die verbindliche Nutzung von Medikationsdatenbanken bei Polymedikation.

Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz


Ein anderer Antrag, den die Landesbehördenchefs für die Gesundheitsminister vorbereitet hatten, war in den vergangenen Wochen insbesondere von der Pharma- und Generika-Industrie emotional diskutiert worden. Die Landesbehörden aus Hessen und dem Saarland hatten einen Vorschlag zur Verringerung der Arzneimittel-Lieferengpässe eingebracht, der zumindest auf Ebene der Behörden noch eine Mehrheit fand: Dort hieß es, dass das BMG prüfen solle, ob eine Abschaffung der Exklusiv-Verträge und eine Verpflichtung zur Mehrfach-Ausschreibung im Generikabereich die Liefersituation verbessern könnte. Zur Begründung verwiesen die Behörden auf einen zunehmenden „Preis- und Rabattdruck“ im System.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

ob ich der Politik oder der ABDA die Mißstände aufzeige

von gerd reitler am 21.06.2018 um 18:33 Uhr

auf diesen Ohren ist man taub.

Es ist schon unerträglich, wie Politik und Kassen auf Kosten (die Defekt-Nachsorge ist ja betriebswirtschaftlich nicht kostenlos) und zu Lasten von Leistungserbringern und Patienten manchen IRRSINN durchfechten und einfach nicht einsehen können/wollen/dürfen, dass Blödsinn durch Verweigerung sich nicht in Luft auflöst.

Am langen Ende wählen dann viele Wähler Parteien, die man eher nicht wählen sollte, und "die da oben" verstehen nicht, wie die Bürger derart falsch wählen konnte.


Im Gegenzug versteht der gemeine Bürger "die da oben" und deren Verhalten schon lange nicht mehr.


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