Apothekenmarkt in Russland

Die größten Trends im Gastgeberland der Fußball-WM

Remagen - 18.06.2018, 09:15 Uhr

Branchenkenner befürchten, dass die Zahl der Apotheken sinken könnte, wenn OTC im normalen Einzelhandel abgegeben werden dürfen. (Foto: Imago)

Branchenkenner befürchten, dass die Zahl der Apotheken sinken könnte, wenn OTC im normalen Einzelhandel abgegeben werden dürfen. (Foto: Imago)


Anlässlich der Fußball-WM will DAZ.online auch die Pharmazie im Gastgeberland nicht außer Acht lassen. Wir werfen einen kleinen Blick hinüber in das Gastgeberland. Was sind aktuell die größten Trends im russischen Apothekenmarkt?

Nach dem schweren Krisenjahr 2014 sehen die russischen Apotheken wieder besseren Zeiten entgegen, Wie das Marktforschungsinstitut DSM Group in seinem Jahresbericht mitteilt, erreichte der russische Pharmamarkt im vergangenen Jahr ein Volumen von 1629 Milliarden Rubel. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. 

Der Anteil des mit staatlichen Geldern finanzierten, erstattungsfähigen Sektors beläuft sich auf rund 32 Prozent des Gesamt-Arzneimittelmarktes. Im „kommerziellen Segment“ wurden im letzten Jahr über das Apotheken-Netz 5066 Millionen Packungen im Wert 941 Milliarden Rubel (nach VK-Preisen) bzw. 752 Milliarden Rubel (nach EK) verkauft. Dies entspricht einem mengenmäßigen Zuwachs von 6,5 Prozent gegenüber 2016 (3,5 Prozent nach Wert). Diese Entwicklung spiegelt nach Meinung der DSM-Gruppe die bessere Kaufkraft der Bevölkerung und den verringerten Einfluss der sozialen und wirtschaftlichen Faktoren auf dem pharmazeutischen Markt wider.

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Im russischen Arzneimitteleinzelhandel findet gerade eine Marktbereinigung statt. Große Apothekenketten haben die Krise genutzt, um sich Konkurrenten einzuverleiben. Seit 2014 hat sich der Anteil der TOP-20 Player auf 51 Prozent verdoppelt.  Der Verband der unabhängigen Apotheken „ASNA“ führt das Ranking mit 13,8 Prozent des Marktes und 8.365 Verkaufsstellen an. Unter den „traditionellen“ Ketten hat die „Apothekenkette 36,6“  den größten Anteil (4,8 Prozent). Der Dritte im Bunde der Top 3 ist „Rigla“ mit dem Anteil von 4,7 Prozent.

Als Beispiel für die beträchtliche Dynamik führt die DSM-Gruppe die Apothekenkette „April“ an, derzeit auf Rang 8 der größten Ketten. Sie konnte die Zahl ihrer Abgabestellen im letzten Jahr um fast 70 Prozent steigern, will aber noch viel höher hinaus. 2018 werden 1500 Apotheken mit dem Umsatz von 35 Milliarden Rubel angepeilt und für 2019 2500 Filialen mit einem Umsatz von 60 Milliarden Rubel. Hierzu sollen vor allem kleine und mittlere regionale Akteure geschluckt werden.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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