Facebook-Diskussion

Spahn: Apothekenhonorar, PTA-Ausbildung und Versandhandel gebündelt regeln

Berlin - 14.06.2018, 12:10 Uhr

(Screenshot: Facebook-Live-Video)

(Screenshot: Facebook-Live-Video)


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erneut auf Facebook zu seinen Plänen für den Apothekenmarkt geäußert. Inhaltlich bleibt Spahn weiterhin vage: Er nannte keine Details zu Reformplänen in den Bereichen Apothekenhonorar und Versandhandel. Allerdings gab der Minister erstmals eine Art Zeitplan bekannt: Bis zum Deutschen Apothekertag wolle er ein „Gesamtpaket“ vorstellen. Darin enthalten: Eine Reform der PTA-Ausbildung, die Vergütung pharmazeutischer Dienstleistungen und eine Regelung zum Versandhandels-Konflikt.

Es bleibt weiterhin ein Rätsel, welche Reformen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Apothekenmarkt plant. Die Anfragen der Oppositionsfraktionen zum Rx-Versandverbot beantwortete sein Ministerium bislang vage und wies auf den Meinungsbildungsprozess hin und darauf, dass man nach rechtskonformen Lösungen zur Auflösung des Versandhandels-Konfliktes suche. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages erklärte Spahn zudem, dass er insbesondere das Apothekenhonorar reformbedürftig einschätzt. Und dann wäre ja noch die Vorgabe im Koalitionsvertrag, dass das Schulgeld in allen Gesundheitsberufen – also auch für PTAs – gestrichen werden soll.

In seiner wöchentlichen Facebook-Live-Diskussion erklärte Spahn nun erstmals, wie sein Plan aussehen könnte. Inhaltlich gab er weiterhin keine Einblicke in die Reform, deutete aber an, dass er die Bereiche PTA-Ausbildung, Apothekenhonorar und Versandhandels-Konflikt in einem Paket auf den Weg bringen wolle. Wörtlich sagte der Minister: „Ich möchte die PTA-Ausbildung gerne zeitnah überarbeiten und auf einen modernen Stand bringen. Dazu gehört auch das Thema Apothekenvergütung. Ich bin im Gespräch mit den Apothekern und wir reden darüber, wie wir jenseits der Packungsabgabe gute Leistungen entsprechend vergüten können. Und auch zum Thema Versandhandel bin ich in Gesprächen und will spätestens zum Deutschen Apothekertag Vorschläge in einem Gesamtpaket haben.“

               


Ob und wie Spahn das im Koalitionsvertrag vorgesehene Rx-Versandverbot umsetzen will, ist weiterhin völlig offen. Im Gesundheitsausschuss zweifelte er die Rechtskonformität des Verbotes an. In der vergangenen Woche erklärte der Minister in seiner Facebook-Diskussion allerdings, dass er keine Rabatte auf verschreibungspflichtige Arzneimittel hierzulande wolle.

Immerhin haben die Apotheker nun erstmals eine zeitliche Angabe vom Minister, wie es weitergehen könnte. Hält Spahn sein Wort und legt spätestens im Herbst sein „Gesamtpaket“ vor, könnte ein erster Entwurf zu den Neuregelungen im Apothekenmarkt vielleicht noch in diesem Jahr das Licht der Welt erblicken. Sollte dieser Entwurf das Rx-Versandverbot enthalten, würde sich höchstwahrscheinlich ein EU-Notifizierungsverfahren anschließen, das den Gesetzgebungsprozess um ein paar Monate verzögern könnte. Ohne Rx-Versandverbot wäre eine Abstimmung in der EU nicht nötig, was den Gesetzgebungsprozess beschleunigen würde. In jedem Fall wäre es wohl möglich, dass der Bundestag dieses Reformpaket im Jahr 2019 beschließt.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsausschuss im Bundestag

Spahn zweifelt am Rx-Versandverbot

Minister Spahn will nach BGH-Entscheidung offenbar beim Großhandelshonorar nachbessern

Das Fixum ist (wieder) gewollt

Bundesgesundheitsminister will Vorschläge der Apotheker zur Honorarreform

Spahn äußert Zweifel am Rx-Versandverbot

Bundesgesundheitsminister in spe

Die Apotheken-Zitate des Jens Spahn

Gespräche mit Standesvertretern

Jens Spahn bleibt ein Rätsel für die Apotheker

Minister im Interview mit der Apotheken Umschau

Spahn bleibt beim Rx-Versandverbot vage

4 Kommentare

Herr Spahn

von Sven Larisch am 15.06.2018 um 8:18 Uhr

Mal wieder Herr Spahn.
Mal wieder leere Politikerworte.
Sind war ja schon gewohnt.
Schade das wir eine Versorgungspflicht haben - sonst könnten wir wie die Verdi und sonstigen gut(!) organisierten Berufsgruppen mal streiken und eine Minimalversorgung anbieten. Nur Notdienst. Die nächste Apotheke in den Städten- mind. 3 km weit weg (klingt für das Land wenig - aber in Köln- die Hölle), kein Blutdruckmessen, keine Wiegen, kein Ausleih von Geräten, keine Pille danach ohne Arztrezept (denn die Zeit für die Beratung zahlt mir keiner).
Hat Herr Spahn überhaupt mal einen Tag in einer Apotheke zugebracht? Gesehen was alles anfällt für den Fixbetrag pro Rx Packung ( minus Zwangsrabatt für die GKV).
Menschen wie Herr Spahn, Herr Glaeske und Herr Lauterbach demotivieren mich immer wieder meinen Beruf auszuüben. Menschen -die sich als Patienten bei mir bedanken und meinen rat suchen motivieren mich aber auch jeden tag mein Bestes zu geben.
Werden sie bei Zuckerberg glücklich Herr Spahn.# aber nicht mit mir ;-)

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Möhre für blinde Esel

von Ratatosk am 14.06.2018 um 18:48 Uhr

Das mit den Dienstleistungen ist das alte Spiel dem geblendeten Esel ein Möhre vor die Schnauze zu halten , damit dieser einfach so weiterläuft.
Die besonderen guten Leistungen, nee is klar, das Bewerten dann wohl die Konsorten Glaeske und Lauterbach, Ergebniss ist wohl jedem klar.
Alles was wir sonst leisten, von der Instandsetzung der Blutdruckmesser für ältere Kunden, Lieferung etc. etc. wird von Kassen und Politik für lau mitgenommen und das wird sich auch nicht ändern, es sei denn die großen Ketten kommen, die werden den Kassen dann zeigen, wo der Hammer hängt, sobald man die nötige Durchdringung erreicht hat, kann man schön in den USA sehen.
Wenn Dienstleistungen möglich sind, können wir das schon selber, wollen die Zwangarbeiten für die GKV vom Abschlag und Umsetzung der mittlerweilen irren Rabatverträgen nicht vergessen, für die wir gar nichts bekommen, aber volles Risiko für jeden Blödsinn, inklusive aller Fehler in Praxen und Kliniken. So schaut realiter die Vergütung von Dienstleistungen für Apotheken wirklich aus.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Vergütung Dienstleistungen?

von Lars Jess am 14.06.2018 um 15:18 Uhr

Was sollen wir eigentlich immer mit der Vergütung von Dienstleistungen. Passt doch erstmal unser Honorar vernünftig an, denn womit soll den bitte die Versorgung zukünftig gesichert sein. Wenn Dienstleistungen nicht gewünscht sind, dann nützt uns das auch kein bisschen. Mit einer vernünftigen Basis Honorierung aber, da könnte man dann sicher auch die ein oder andere Dienstleistung kostenlos erbringen, machen wir ja jetzt auch schon seit Jahren.
Aber am Ende des Tages wird es keinen Cent mehr geben, immer nur schön umverteilen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Vergütung Dienstleistungen

von Karl Friedrich Müller am 14.06.2018 um 21:37 Uhr

Seh ich auch so.
Nur Träumer können meinen, dass mit Dienstleistungen eine Rettung möglich wäre.
Sie werden nachgefragt, aber wenn sie Geld kosten....
online ist alles billiger. Ein ganz gefährlicher Weg. Für alle.

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.