Arzneimitteltherapiesicherheit

Apothekerinnen führen Aufnahmegespräche im Krankenhaus

Berlin - 13.06.2018, 10:30 Uhr

Apothekerin
führt Medikamentenaufnahmegespräch mit Patientin nach stationärer Aufnahme im
Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg. (Foto: J. Braun)

Apothekerin führt Medikamentenaufnahmegespräch mit Patientin nach stationärer Aufnahme im Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg. (Foto: J. Braun)


Im Kreiskrankenhaus Prignitz im brandenburgischen Perleberg gibt es seit April einen neuen Service. Zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit wird die Medikation regulär stationär aufgenommener Patienten im Krankenhausinformationssystem (KIS) erfasst und auf eventuelle Wechselwirkungen überprüft. Das Besondere: Die Patienten befinden sich dazu im persönlichen Gespräch mit einer Apothekerin. Mehr Sicherheit für Ärzte, Pflegepersonal – und die Patienten. 

Das Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg, Brandenburg, geht seit April 2018 einen neuen Weg. Geplante stationäre Aufnahmen werden um einen wichtigen Punkt erweitert: die Medikamentenaufnahme. Alle Patienten führen hierzu Aufnahmegespräche mit einer der Apothekerinnen der Krankenhausapotheke. Ziel ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern. Im persönlichen Gespräch wird die Hausmedikation einschließlich Selbstmedikation erfasst, Allergien abgefragt und Wechselwirkungen überprüft. Den Ärzten und dem Pflegepersonal aller Stationen stehen anschließend die im hausinternen Krankenhausinformationssystem (KIS) eingetragenen Daten – einschließlich eventueller Hinweise und Empfehlungen von Seiten der Apothekerinnen – zur Verfügung.

Medikamentenaufnahme ergänzt reguläre stationäre Aufnahme

„Wir wollten schon lange etwas Ähnliches einführen“, erläutert Apothekerin Annett Steinkopf, kommissarische Leiterin der Krankenhausapotheke, im Gespräch mit DAZ.online. Ziel sei es, eine elektronische Medikamentenakte einzuführen. Sie seien mit der Erfassung und Weiterleitung der Medikationsdaten auch schon auf einem guten Weg – ganz erreicht sei das Ziel allerdings noch nicht. „Angefangen haben wir mit einer Station, der Urologie“, so Steinkopf. Die Apothekerin berichtet, dass letztlich aber alle Patienten erfasst werden sollten, um eine zufriedenstellende Situation zu erreichen.

Seit April steht den Apothekerinnen der Krankenhausapotheke, die abwechselnd die Medikamentenaufnahmegespräche durchführen, ein eigenes Büro mit Aufnahmeplatz zur Verfügung. Alle stationären Patienten werden nach ihrer Krankenhausaufnahme routinemäßig zu ihnen geschickt. „Einzig Notfallpatienten werden so nicht erfasst“, gibt Steinkopf zu bedenken. Deren Medikation müsse nachträglich erfasst werden. Entscheidend bei der Medikamentenaufnahme sei eine Erfassung der kompletten Hausmedikation, einschließlich Selbstmedikation und kürzlich erfolgter Antibiosen. Die Hausmedikation werde anschließend auf die Krankenhausmedikation umgestellt.



Inken Rutz, Apothekerin, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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