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Krankheitsbild diabetischer Fuß

Bonn - 09.07.2018, 10:15 Uhr

Mit einer Patientenschulung und effektiver Druckentlastung, kann weiteren Fußläsionen vorgebeugt werden. (b / Foto: M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com)

Mit einer Patientenschulung und effektiver Druckentlastung, kann weiteren Fußläsionen vorgebeugt werden. (b / Foto: M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com)


Der diabetische Fuß ist eine durch schlecht heilende chronische Wunden des Fußes gekennzeichnete Komplikation des Diabetes mellitus und zählt zu den klinischen Formen der sensomotorischen diabetischen Polyneuropathie. Doch wie entsteht eigentlich ein diabetischer Fuß? Und welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Beim diabetischen Fuß (die Fachliteratur verwendet synonym auch den Begriff diabetisches Fußsyndrom) handelt es sich um eine diabetische Spätkomplikation mit Ulzerationen und weiteren Komplikationen wie Infektionen oder Osteomylitis . Die Ursachen liegen zum einen in der diabetischen Neuropathie aber auch in peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen und einer daraus resultierenden schlechten Wundheilung.

Der Begriff der diabetischen Neuropathie umfasst heterogene Erkrankungen mit unterschiedlicher klinischer Manifestation, die verschiedene Regionen des peripheren und des autonomen Nervensystems betreffen können.

Eine diabetische Neuropathie kann, insbesondere in Kombination mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, zum diabetischen Fußsyndrom führen.

Symptome

Am häufigsten entwickelt sich eine periphere Neuropathie mit vorwiegend sensorischen Symptomen wie Taubheitsgefühl, Parästhesien, nächtlichen Wadenkrämpfen oder Reflexausfällen. Neben Muskelschwäche oder Paresen, also motorischen Störungen, können sich ebenfalls Neuropathien des autonomen Nervensystems mit Störungen u.a. des kardiovaskulären Systems, des Gastrointestinaltraktes oder auch des respiratorischen Systems entwickeln.

Risikofaktoren

Fußläsionen sind bei Diabetikern das Ergebnis eines von vielen Faktoren beeinflussten Geschehens. Hauptrisikofaktoren für diabetesassoziierte Ulzerationen des Fußes und schließlich einer Amputation sind neben Dauer, Verlauf und schlechter Stoffwechseleinstellung auch Neuropathien und arterielle Verschlusskrankheit und deren Folgeerkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz, Schlaganfall) aber auch das Alter des Patienten.

Bei Typ-2-Diabetes wurde eine Prävalenz der diabetischen Neuropathie zwischen 13 und 46 Prozent berichtet, besonders bei schlecht eingestellten Patienten.

Weitere Risikofaktoren für das Entstehen von Fußläsionen können sein:

  • Immunsuppression einschließlich Glucocorticoide;
  • Adipositas (BMI ≥ 35);
  • mangelnde/falsche Fußpflege;
  • motorische Funktionseinschränkung/Parese eines oder beider Beine;
  • psychosoziale Faktoren;
  • Seheinschränkungen;
  • Suchtkrankheiten (z. B. Rauchen, Alkoholismus);
  • ungeeignetes Schuhwerk.


Lars Peter Frohn, Autor DAZ.online
radaktion@daz.online


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