Gut beraten! Wissen am HV

Gut beraten beim diabetischen Fuß

Bonn - 10.07.2018, 09:00 Uhr

Ungewöhnliche Trockenheit, starke Schwielen und Druckstellen sind typische Warnzeichen für einen neuropathischen Fuß. (Foto: ARC Photography / stock.adobe.com)

Ungewöhnliche Trockenheit, starke Schwielen und Druckstellen sind typische Warnzeichen für einen neuropathischen Fuß. (Foto: ARC Photography / stock.adobe.com)


Wie kann die Apotheke zum Thema „diabetischer Fuß“ beraten? Auf welche Warnzeichen sollten Patienten achten? Und welche prophylaktischen Maßnahmen können Patienten beachten, damit diabetische Spätfolgen möglichst nicht auftreten?

Schleichende Symptome

Die Symptomatik des diabetischen Fußes ist immer ein schleichender und für den Patienten nicht immer als solcher erkennbar. Meistens beginnt es mit übermäßig trockener Haut. Diese ungewöhnliche Trockenheit des Fußes ist ein typisches frühes Warnzeichen für einen neuropathischen Fuß. Starke Schwielen und Druckstellen sind ein weiterer Hinweis. Gleichzeitig kommt zu diesen Symptomen meist ein Kribbeln wie „Ameisen“ und eine Gefühllosigkeit hinzu, also bereits sehr ernste Anzeichen einer beginnenden peripheren Neuropathie.

Kleine Verletzung mit großen Folgen

Die Folge ist, dass Patienten auch kleinere Verletzungen nicht oder erst spät bemerken. Durch die langsame Zerstörung der Nerven durch den Diabetes sind selbst tiefe offene Geschwüre nicht schmerzhaft. Denn durch die gestörte Sensibilität wird der Schmerz als Warnsymptom vermindert wahrgenommen oder fehlt sogar ganz. So kommt es, dass selbst bei kleinsten Fußverletzungen z.B. durch eine Unachtsamkeit bei der Fußpflege oder bei Blasen, induziert durch das Tragen neuer Schuhe, keine sofortige Wundbehandlung erfolgt und dadurch das Trauma häufig akut vergrößert wird. 

Beratung in der Apotheke 

Grundsätzlich ist es wichtig, Menschen mit Diabetes und Polyneuropathie dahingehend zu schulen, dass vor und nach körperlicher Aktivität eine gründliche Inspektion der Füße, Schuheinlagen und Schuhe wichtig ist, um eventuelle Fußverletzungen oder Blasen frühzeitig zu erkennen. Dabei muss besonders auf Schwellungen, Rötungen und andere Auffälligkeiten geachtet werden. Patienten können auf eine Podologische Praxis mit diabetischer Komplexbehandlung hingewiesen werden.

Im Beratungsgespräch können Hinweise auf diabetesassoziierte Risikofaktoren wie Adipositas, erhöhter Alkoholkonsum, Tabakabusus gegeben werden um diese idealerweise zu vermeiden.

Diabetes Schulung

Die Apotheke und das beratende pharmazeutische Personal kann mit Ihrem Wissen helfen, den Patienten umfassend zu informieren und aufzuklären über die Erkrankung Diabetes, mögliche Begleiterkrankungen und Komplikationen. Den Patienten kann im Rahmen der Beratung aber auch eine speziellen Diabetes Schulung, die auch von Apotheken durchgeführt werden kann, angeboten werden. Dabei gilt es Wissen und praktischen Fähigkeiten zur Behandlung des Diabetes zu vermitteln. Dazu gehört primär die Beratung zu einer gesunden Lebensweise (Ernährung, körperliche Bewegung) und die Prinzipien der medikamentösen Diabetestherapie oder Insulintherapie.

Aber auch der Umgang mit dem Erlernen von Selbstkontrollmaßnahmen wie Gewichtskontrolle, Harn-, Plasmaglukose-, Blutdruckselbstkontrolle und ganz besonders die Kontrolle von Fußkomplikationen und die Kontrolle und der Umgang mit neuropathischen Beschwerden zur Vermeidung von Spätfolgen gehört dazu. Eine gute Broschüre mit vielen Informationen ist die Patienten Leitlinie zur Nationalen Versorgungs Leitlinie Nervenschädigungen bei Diabetes, auf die in der Apotheke hingewiesen oder direkt ausgedruckt werden kann.



Lars Peter Frohn, Autor DAZ.online
radaktion@daz.online


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3 Kommentare

Foto Diabetischer Fuß

von Andreas Wiegand am 10.07.2018 um 18:23 Uhr

Liebe Bildredaktion,

ich würde mich über eine bessere Bildauswahl freuen. Warum sollen wir beim Anblick eines gesunden Elefantenfußes an einen diabetischen Fuß denken? Entweder zeigen sie z.B. einen verbundenen menschlichen Fuß oder ein anderes Bild zjum Thema Diabetes. Elefanten sind Vegetarier und leben so gesund, dass sie in der Regel nicht an Diabetes erkranken. Stereotype wie "dicke Füße" assoziativ einzusetzen finde ich weniger gelungen.
Viele Grüße

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Foto Diabetischer Fu

von Mai am 10.07.2018 um 21:28 Uhr

Ich kann dem obigen Kommentar nur beipflichten!

AW: Foto Diabetischer Fuß

von Redaktion DAZ.online am 11.07.2018 um 9:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Wiegand,

danke für Ihre Anmerkung. Die Assoziation war in diesem Fall die trockene Haut, zumindest sieht sie beim Elefanten trocken aus. Zudem ist die Bildauswahl bei diesem Thema gar nicht so leicht, weil etwas Unappetitliches möchte man ja auch nicht.
Viele Grüße
Ihre DAZ.online-redaktion

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