Neues EMA-Gebäude in Amsterdam

Der Grundstein ist gelegt

Remagen - 30.05.2018, 13:35 Uhr

Guido Rasi (3. v.li.) bei der Grundsteinlegung der Arzneimittelagentur EMA in Amsterdam. (Foto: Marcel Steinbach)

Guido Rasi (3. v.li.) bei der Grundsteinlegung der Arzneimittelagentur EMA in Amsterdam. (Foto: Marcel Steinbach)


Dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nicht rechtzeitig zum Stichtag des Brexits Ende März 2019 seine endgültige neue Behausung in Amsterdam beziehen kann, ist allen Beteiligten klar. Aber wie man hört, soll „alles im Plan“ sein. Immerhin wurde gestern im Zuidas-Viertel im Süden Amsterdams mit einer Zeremonie feierlich der Grundstein für das neue Domizil gelegt.

Wie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mitteilt, wurde gestern der Grundstein für die neuen Räumlichkeiten der ranghöchsten EU-Arzneimittelbehörde am Standort in Amsterdam gelegt. Der Umzug von London in ein anderes EU-Land ist eine zwangsläufige Folge des Brexits. 

Im Beisein von Vertretern der niederländischen Regierung, der Stadt Amsterdam, des Zentralen Immobilienbüros der Regierung (CGREA) und der Bauunternehmer dankte EMA-Direktor Guido Rasi der niederländischen Regierung für den herzlichen Empfang und den unmittelbaren Start der Aktivitäten zur Vorbereitung des Umzugs, nachdem der Rat für Allgemeine Angelegenheiten der EU – am Ende im Losverfahren – Amsterdam als neuen Standort der Agentur bestimmt hatte.

Parkplätze für 750 Fahrräder

Zusammen mit dem stellvertretenden Generalsekretär im niederländischen Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport Gea van Craaikamp und dem Amsterdamer Stadtrat Eric van der Burg platzierte Rasi eine Zeitkapsel mit guten Wünschen für den Bau und das Gebäude in das Bohrloch für einen der Gründungspfeiler. Das neue Gebäude für die EMA wurde von der niederländischen Regierung in Auftrag gegeben. Es wird von der CGREA zusammen mit einem Konsortium von Bauunternehmen errichtet und soll bis November 2019 fertiggestellt sein. Der Komplex wird 80 Meter hoch und bekommt 19 Etagen. Er bietet Platz für 1.300 Arbeitsplätze, 38.500 m2 Büro- und Konferenzzentrum sowie Parkplätze für etwa 100 Autos und 750 Fahrräder.

Erstmal ins SPARK-Gebäude

Die Erstellung des neuen EMA-Gebäudes ist nur einer von zahlreichen Arbeitsgängen, die nun mit höchster Geschwindigkeit vorangetrieben werden müssen, um die Verlegung der Agentur in den verbleibenden zehn Monaten zum Erfolg zu führen. Seitdem die Entscheidung für den Standort getroffen wurde, arbeiten Projekt-Teams aus den Niederlanden und von der EMA hierfür eng zusammen. Mit den intensiven Aktivitäten soll sichergestellt werden, dass die Agentur ab dem 30. März 2019 ihren ordnungsgemäßen Betrieb im neuen „Gastland“ aufnehmen kann. Hierfür wird zunächst das SPARK-Gebäude in Amsterdam Sloterdijk zur Verfügung stehen, bis die neuen Räumlichkeiten im Zuidas-Viertel bezugsfertig sind. Damit der Umzug klappt und die Agentur ihre Geschäftstätigkeit nahtlos fortsetzen kann, hat die EMA eigens einen Business Continuity Plan entwickelt. 

Bezahlbare Wohnungen für 900 Haushalte

Neben dem Bau brauchen die EMA-Bediensteten umfangreiche Unterstützung, um den Umzug mit ihren Familien zu bewerkstelligen. Nach Angaben der Agentur müssen rund 600 Kinder aller Altersstufen in ein neues Schulsystem eingliedert werden. Außerdem werden „bezahlbare Wohnungen mit einer guten Wohnqualität“ für bis zu 900 Haushalte benötigt, von Single-Haushalten bis zu Großfamilien. Sie sollen zudem eine gute Verkehrsanbindung an den neuen Standort der Agentur haben. 


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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