Digitale Patientensicherheit

Checkliste für Gesundheits-Apps

Stuttgart - 18.05.2018, 13:25 Uhr

Nur persönliche Daten preisgeben, die für die Nutzung der App auch tatsächlich erforderlich sind: Das rät das Aktionsbündnis Patientensicherhiet. (Foto: DAZ.online)

Nur persönliche Daten preisgeben, die für die Nutzung der App auch tatsächlich erforderlich sind: Das rät das Aktionsbündnis Patientensicherhiet. (Foto: DAZ.online)


Das Aktionsbündnis Patientensicherheit und die entsprechenden Organisationen in Österreich und der Schweiz sorgen sich um Datenschutz und Qualität gesundheitsbezogener Apps. Eine App ist kein altruistisches Perpetuum mobile, sie kostet Geld. Welchen Nutzen haben also App-Anbieter? Kommerzielle Interessen sollten Patienten stets hinterfragen, und wann sollten Patienten bei Apps skeptisch werden? 

Auch wenn es in der Gesundheitspolitik beim Thema Digitalisierung nicht gerade mit großen Schritten vorangeht – jüngst prophezeite Jens Spahn das Ende der elektronischen Gesundheitskarte – nutzen Bürger, ganz individuell und unbürokratisch, digitale Möglichkeiten in Gesundheitsfragen durchaus. App-Entwickler sind in diesem Bereich findig und fix: Bereits 2015 fanden sich 160.000 Gesundheits-, Fitness- und Medizin-Apps für alle Mobilplattformen, sprich iOS und Android. Die Daten hatte damals die Technische Universität Braunschweig erhoben. Auch der Bundesgesundheitsminister sieht die digitale Zukunft im Gesundheitswesen auf dem Handy.

Gesundheits-Apps können nutzen und schaden

Mittlerweile kann man per simplem Click auf die kleinen, quadratischen Kästchen auf dem Smartphone die körperliche Aktivität tracken, sich an die Arzneimitteleinnahme erinnern lassen, Blutzuckerwerte monitoren oder auch Termine beim Arzt vereinbaren. Der Markt für eine solch smarte Lifestyle-Unterstützung ist durchaus vorhanden. 63 Prozent der Deutschen nutzen ein Iphone oder die Pendants anderer Hersteller. Auch gewinnt man den Eindruck, dass zunehmend Wert auf Fitness, Ernährung und Gesundheit gelegt wird. Fluch oder Segen – was bringen die Gesundheits-Apps?

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit sorgt sich auch im digitalen Gesundheitsbereich um das Wohlergehen der Patienten – und hat, gemeinsam mit den Patientensicherheiten in Schweiz und Österreich, eine Checkliste für die App-Nutzung zu medizinischen und gesundheitlichen Zwecken erstellt. Wie erkennen Patienten, ob eine App seriös ist, wo sind den digitalen Helfern eindeutig Grenzen gesetzt und wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

„Eine App stellt in keinem Fall einen Ersatz für einen Arztbesuch dar, denn nur Ihr Arzt beziehungsweise Therapeut kann letztlich beurteilen, welche Therapie für Sie die richtige ist“, finden die Patientensicherheiten Deutschland, Österreich und Schweiz. Diesen Hinweis finden die Patientenschützer gar so wichtig, dass sie diesen auch in der App sehen möchten. 



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheits-Apps in der Diskussion

„Unbedachte Preisgabe sensibler Daten“

Digitale Unterstützung aus dem App-Store

So klappt die Familienplanung

Motivationshilfen für Bluthochdruck-Patienten

Mit Apps am Puls der Zeit

Transformationsprozesse als Chance nutzen und gestalten

Die digitale Welt der Patienten

Smarte Helfer für die Gesundheit

Appetit auf Apps

Gesundheits-Apps und ihre Nutzer

Self-Tracking und Prävention

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.