Großhandelsverband

Phagro-Vorstand erneuert sich, Trümper bleibt Chef

Berlin - 15.05.2018, 14:35 Uhr

Dr. Thomas Trümper bleibt Chef des Großhandels-Verband Phagro. (Foto: Schelbert)

Dr. Thomas Trümper bleibt Chef des Großhandels-Verband Phagro. (Foto: Schelbert)


Thomas Trümper bleibt für weitere zwei Jahre Chef des Bundesverbandes des pharmazeutischen Großhandels (Phagro). Der ehemalige Anzag-Chef wurde bei der heutigen Mitgliederversammlung des Verbandes für eine siebte Amtszeit als Verbandsvorsitzender gewählt. In der zweiten Reihe gibt es aber eine Menge Bewegung an der Phagro-Spitze.

Trümper führt den Phagro-Vorstand bereits seit zwölf Jahren und darf sich nun auf weitere zwei Jahre einstellen. Im operativen Großhandelsgeschäft ist der Phagro-Chef schon lange nicht mehr tätig: 2013 hatte Trümper die Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) verlassen, weil er in Pension gehen wollte. Anschließend hatte er allerdings das Amt des Aufsichtsratschefs bei Alliance Healthcare Deeutschland, wie die Anzag nach ihrer Umbenennung hieß, übernommen. Auch seine Phagro-Ämter hatte Trümper behalten.

Der Phagro bezeichnet Trümpers Wiederwahl in einer Mitteilung als „wichtiges Pfund“ für den Verband. Denn: „Der Maschinenbauingenieur verfügt nicht nur über eine umfassende und langjährige Expertise im pharmazeutischen Großhandel, sondern widmet seit seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäft auch einen Großteil seiner Zeit der Verbandsarbeit. Ein Vorteil für den Verband, denn die Branche steht vor großen Herausforderungen“, heißt es in der Phagro-Mitteilung.

Vier neue Vorstandsmitglieder

Hinter Trümper gibt es aber mehrere personelle Wechsel an der Phagro-Spitze. Trümpers Stellvertreter Ralph-D. Schüller von Ebert und Jacobi sowie Ulrich Kehr (Richard Kehr) scheiden komplett aus dem Phagro-Vorstand aus. Bereits im vergangenen Jahr sind gleich vier neue Großhandels-Chefs dafür neu in das Gremium aufgerückt: Marcus Freitag (Phoenix), Dr. Michael P. Kuck (Noweda), Wolfgang Mähr (Alliance Healthcare)  und Peter Schreiner (Gehe). Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Freitag ernannt. Weiterhin im Vorstand sind außerdem Lothar Jenne (Max Jenne) und Herbert Lang (Sanacorp).

Als die wichtigsten Herausforderungen für die nun begonnene zweijährige Amtszeit sieht der Phagro das Großhandelshonorar, das BGH-Urteil aus dem Oktober 2017 (Skonti-Urteil) und neue Regulierungen. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Die Großhandelsspanne sinkt seit Jahren kontinuierlich – als Folge davon wächst unter anderem der Investitionsstau. Seit dem BGH-Urteil im Oktober 2017 steht zudem die Rabattierfähigkeit des Großhandelsfestzuschlags zur Diskussion. Darüber hinaus nimmt das Direktgeschäft der Hersteller zu und in der Logistik herrscht eine unfaire Wettbewerbssituation, weil die Leitlinien zur Good Distribution Practice (GDP) nicht für alle Marktteilnehmer gleich verpflichtend sind.“

Trümper: Politik muss klarstellen

Trümper hat insbesondere die Lage nach dem BGH-Urteil im Fokus: „Der BGH hat sehr klar festgestellt, dass der Wortlaut des § 2 der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) die Intention des Gesetzgebers nicht trifft. Gewollt war ein nicht rabattierfähiger Großhandelszuschlag. Das muss so auch deutlich formuliert sein. Die Politik muss hier schnell für eine redaktionelle Klarstellung sorgen und damit den unfairen Wettbewerb unterbinden, der entsteht, wenn – zum Beispiel im Direktgeschäft – ganz oder teilweise auf den Zuschlag verzichtet wird. Für den vollversorgenden Großhandel ist der Zuschlag von derzeit 70 Cent existenziell. Er ermöglicht, dass auch günstige Arzneimittel kostendeckend distribuiert werden können.“


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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