Nach Ausbruch 

WHO schickt Ebola-Impfstoff in den Kongo

Genf - 14.05.2018, 15:45 Uhr

Die Transportkisten für eine Einheit des mobilen europäischen Labors 
(EMLab) waren 2014 auch beim
 Ebola-Ausbruch in Westafrika im Einsatz. (Foto: Axel Heimken/dpa)

Die Transportkisten für eine Einheit des mobilen europäischen Labors (EMLab) waren 2014 auch beim Ebola-Ausbruch in Westafrika im Einsatz. (Foto: Axel Heimken/dpa)


Nach dem jüngsten Ebola-Ausbruch im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation einen experimentellen Impfstoff zur Bekämpfung der Seuche in das betroffene Gebiet verschickt. 4000 Impfdosen seien aktuell auf den Weg in die Provinz im Nordwesten des Landes, sagte ein WHO-Sprecher am heutigen Montag in Genf. Der Impfstoff wurde bereits mit erstem Erfolg in der Schlussphase der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika getestet.

Neben zwei bestätigten Ebola-Fällen stieg die Zahl der Betroffenen im Kongo  in den vergangenen Tagen auf 25 wahrscheinliche und zwölf vermutete Infizierte. 19 Menschen sind bislang an Symptomen, wie etwa mit Blutungen einhergehendem Fieber, gestorben. Bei ihnen wurde Ebola aber noch nicht bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchtet, dass sich die Krankheit in Nachbarländern ausbreiten könnte. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Flusssystems gefährdet. Die Organisation bereite sich deshalb auf das schlimmste Szenario vor, heißt es. Die WHO hat nun 4000 Dosen eines experimentellen Impfstoffs in das Gebiet geschickt. Die katastrophale Infrastruktur in der betroffenen Gegend mache die Hilfe noch schwieriger. 

Eine Herausforderung werde darin bestehen, den Impfstoff zu kühlen, eine weitere, ihn zu den Betroffenen zu bringen, erklärt Seuchenschutzexperte Michael T. Osterholm von der University of Minnesota gegenüber der Washington Post. Weil sich der Ausbruch schon über 37 Meilen ausgebreitet habe, sei das Risiko weiterer Infektionen erhöht. Es könne ziemlich schwierig werden, ihm Einhalt zu gebieten, heißt es. In einem zunehmend urbaneren Afrka würden Ebola-Ausbrüche immer gefährlicher. Sobald der Ausbruch eine Metropol-Region erreicht habe, sei er viel schwieriger zu kontrollieren. 

Das Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Im vergangenen Jahr erlaubte die Regierung im Kongo den Einsatz des noch nicht offiziell zugelassenen Impfstoffs rVSV-Zebov, der 2016 von Merck entwickelt wurde.  rVSV-Zebov ist ein abgeschwächtes, gentechnisch verändertes vesikuläres Stomatitis-Virus (VSV), das ein Oberflächenprotein des Zaire Ebola-Virus (Zebov) trägt. Er wurde bereits mit erstem Erfolg in der Schlussphase der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika getestet. Bei dem Ausbruch starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone 2014 und 2015 rund 11.000 Menschen.


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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