Prof. Irene Krämer, Uni-Klinik-Mainz

„Der Medikationsplan ist besser als sein Ruf“

Stuttgart - 08.05.2018, 15:00 Uhr

Der Medikationsplan hat Potenzial – doch das müssen Apotheker und Ärzte auch nutzen. (Grafik: BillionPhotos.com/Fotolia | Dok.: Bruhn; cae/DAZ | Montage: joh/DAZonline)

Der Medikationsplan hat Potenzial – doch das müssen Apotheker und Ärzte auch nutzen. (Grafik: BillionPhotos.com/Fotolia | Dok.: Bruhn; cae/DAZ | Montage: joh/DAZonline)


Wie macht ein Medikationsplan Sinn? Wenn dieser bundesweit einheitlich und vollständig ist. Nur dann können Apotheker und Ärzte im ambulanten und stationären Bereich effektiv zusammenarbeiten, wissen die Patienten besser über ihre Medikation Bescheid und nehmen diese auch zuverlässiger ein. Was muss also auf den Medikationsplan? Professor Irene Krämer gibt beim ADKA-Kongress 2018 in Stuttgart die Antworten.

Seit etwa anderthalb Jahr nutzen – zumindest einige Patienten – ein neues Instrument, um ihre Arzneimitteltherapie sicherer zu machen: den Medikationsplan. Nicht nur im ambulanten Sektor sollen Patienten diesen seit Oktober 2016 erhalten, auch das Entlassmanagement im Krankenhaus sieht den Medikationsplan (seit Oktober 2017) als obligatorischen Bestandteil im „Entlasspaket“ der Patienten vor. Doch wie gut ist der bundesweit einheitliche Medikationsplan überhaupt? Findet er Akzeptanz bei den – zumindest am Rande beteiligten – Apothekern, bei Ärzten und vor allem auch bei Patienten? Denn für diese ist er gedacht. Professor Irene Krämer, Leiterin der Klinikapotheke der Uni-Klinik Mainz, kommt zu dem Schluss:


Der Medikationsplan ist besser als sein Ruf. Alles ist möglich, und nichts wird genutzt.

Professor Dr. Irene Krämer, Leiterin der Krankenhausapotheke der Universitätsmedizin Mainz 


Was die Leiterin der Krankenhausapotheke der Universitätsmedizin Mainz damit meint, hat sie beim jüngst in Stuttgart tagenden ADKA-Kongress 2018 des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker klar erläutert.

Professor Dr. Irene Krämer, Leiterin der Krankenhausapotheke der Universitätsmedizin Mainz. (Foto: ADKA / Peter Pulkowski)

Liegt das Potenzial des Medikationsplans brach?

Die Krankenhausapotheke der Universitätsmedizin Mainz ist mindestens bundesweit für ihr reges Engagement und für Studien in vielen Bereichen der Krankenhauspharmazie bekannt – man denke an die berühmte „Krämer-Liste“ mit Stabilitätsdaten zytostatischer Zubereitungen. Auch beim bundesweiten Medikationsplan hat sich die Mainzer Krankenhausapotheke stark eingebracht, mitstrukturiert und Studien durchgeführt. So untersuchte Dr. Inga Ulmer, dortige Stationsapothekerin, in Zusammenarbeit mit 327 öffentlichen rheinland-pfälzischen Apotheken über einen Zeitraum von sechs Monaten den Nutzen des Medikationsplans an mehr als 600 Patienten. Die Patienten erhielten ihren individuellen Plan bei Entlassung aus dem Krankenhaus.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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