ARGE will Daten als Verhandlungsbasis liefern

Zyto-Apotheken für Vollkostenanalyse gesucht

Berlin - 03.05.2018, 13:00 Uhr

Wie zeitaufwendnig ist die Herstellung parenteraler Zubereitungen wirklich?  (Foto: Hermdorff / Stock.adobe.com)

Wie zeitaufwendnig ist die Herstellung parenteraler Zubereitungen wirklich?  (Foto: Hermdorff / Stock.adobe.com)


Die von bayerischen Apothekern gegründete „Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen“ hat beschlossen, eine Vollkostenanalyse zur Ermittlung einer neuen Herstellpauschale durchzuführen. Hierfür sucht sie nun Kollegen mit Reinraumlabor, die über vier Wochen hinweg ihre Arbeitsvorgänge zeitlich erfassen.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) will die Hilfstaxe neu verhandeln. Der Geschäftsführende Vorstand des DAV bekam vergangene Woche von der Mitgliedsversammlung aber auch den Spielraum eingeräumt, einzelne Anlagen zu kündigen, falls die Verhandlungen nicht zu einem Ergebnis führen. Zugleich klagt der DAV – gemeinsam mit dem Verband Zytostatika herstellender Apothekerinnen und Apotheker (VZA) – gegen den Ende Januar ergangenen Schiedsspruch zur Anlage 3 der Hilfstaxe.

Die „Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen“ (ARGE Parezu) begrüßt diese Klage. Doch ihre Mitstreiter sind überzeugt, dass nun konsequenterweise auch die Hilfstaxe, Anlage 3 gekündigt werden muss – was sodann zwangsläufig zu Neuverhandlungen der Hilfstaxe führen würde. Diese Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband müssten entsprechend vorbereitet werden. Und zwar mit einem speziellen Fokus: „Jenseits aller Verhandlungen über die mg-Preise der Wirkstoffe muss dabei, datenbasiert, auf eine ausreichende Vergütung der Arbeitsleistung der herstellenden Apotheken gedrängt werden“, so die ARGE.

Nach der Hilfstaxe ist vor der Hilfstaxe!

Valide Daten beisteuern sollen daher die Ergebnisse einer Vollkostenanalyse, die die ARGE Parezu jetzt durchführen will. Diese soll – in Ergänzung eines Gutachtens des VZA – für die nötige Transparenz bei den Aufwendungen für Sterilrezepturen sorgen. Dazu ruft die ARGE nun auf die Herstellung parenteraler Zubereitungen spezialisierte Apotheken auf, über vier Wochen hinweg alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Herstellung parenteraler Zubereitungen anfallen, zu erfassen. Diese Kosten werden dann durch die Zahl der Herstellungen geteilt. Zur Unterstützung hat die ARGE eine excel-Tabelle mit einer kurzen Anleitung vorbereitet, die Sie hier herunterladen können.

Die ARGE Parezu betont, dass der Schiedsspruch durch die „stark erhöhten Zwangsrabatte“ (bis zu 83,7 Prozent) alle herstellenden Apotheken unter enormen Druck gesetzt habe. „Viele kämpfen um das wirtschaftliche Überleben ihrer Labore“. Doch genau diese Apotheken, die über ein Reinraumlabor verfügten, stellten in der Fläche die flexible und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten sicher.  „Nur sie können alle pharmazeutischen Rahmenbedingen (Haltbarkeiten, kurze Intervalle zwischen Herstellung und Anwendung, geringe mechanische Belastung der empfindlichen Wirkstoffe) einhalten und gleichzeitig durch die zeitnahe adhoc-Herstellung Kosten sparen“, so die ARGE.

Nähere Informationen rund um die beabsichtigte Vollkostenanalyse finden Sie hier zum Herunterladen. Interessenten können sich zudem direkt per E-Mail an Dr. Franz Stadler (Sempt Apotheke, Erding) wenden: Dr.Stadler@Sempt-Apotheke.de


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