Apothekenhonorar

Was verdienen Apotheker in den USA?

Remagen - 30.04.2018, 10:00 Uhr

Eine Rite Aid-Filiale im New Yorker Viertel Upper West Side - Apotheker gehören in den USA zu den Spitzenverdienern. (Foto: Levine-Roberts / Imago)                                    

Eine Rite Aid-Filiale im New Yorker Viertel Upper West Side - Apotheker gehören in den USA zu den Spitzenverdienern. (Foto: Levine-Roberts / Imago)                                    


Hätten Sie gedacht, dass angestellte Apotheker in den USA mehr verdienen als angestellte Ärzte? Nach einer Gehaltsstatistik aus dem Jahr 2017 stehen sie im Ranking verschiedenster Berufsgruppen sogar auf Platz drei.

Das Finanznachrichten-Portal „24/7 Wall Street“ hat aktuelle Daten des US-amerikanischen Arbeitsministeriums zu den Durchschnittsgehältern in verschiedenen Berufsgruppen im Jahr 2017 analysiert und hiernach ein Ranking der obersten 25 Berufe aufgestellt. Dies berichtet die US-Zeitung „USA today“. Das Erstaunliche: Die Apotheker befinden sich in der Statistik auf Rang drei. Nach der Analyse verdient der „typische amerikanische Vollbeschäftigte“ pro Woche 860 US-Dollar (aktuell 704 Euro), was einem Jahresgehalt von rund 44.700 Dollar (rund 36.580 Euro) entspricht. In mehr als einem Dutzend Berufen liegen die Durchschnittseinkommen abhängig Beschäftigter mehr als doppelt so hoch. Dies wird darauf zurückgeführt, dass hochbezahlte Jobs meist hochspezialisiert sind und eine lange und teure Ausbildung bis hin zum Universitätsstudium verlangen. Außerdem sind die Besser-oder Bestverdiener häufig in Positionen angesiedelt, die mit einem hohen Druck und großen Herausforderungen einhergehen.  

Vom Marketing-Manager bis zum Software-Entwickler

Die knapp eine Millionen Marketing and Sales Manager in den vereinigten Staaten verdienen zum Beispiel pro Woche etwas über 1500 Dollar (Rang 24). Immerhin haben knapp 70 Prozent davon mindestens einen Bachelor-Abschluss. Die 78.000 Chemieingenieure haben mit 1626 Dollar pro Woche schon etwas mehr in der Tüte, aber auch nur 110 Dollar weniger als Piloten und Flugingenieure (Rang 15). Auf Rang 14 finden sich die Richter und andere juristische Bedienstete mit durchschnittlich 1742 US-Dollar in der Woche. Von diesen haben fast alle einen Bachelor-Abschluss. Um einiges höher angesiedelt sind Computer-Fachleute, wie Hardware-Ingenieure und Software-Entwickler, mit 1771 beziehungsweise 1792 Dollar wöchentlich (Ränge zwölf und elf). 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Hart an der Grenze zu Fake News

von Philip Prech am 30.04.2018 um 20:04 Uhr

Es wäre wünschenswert, dass eine Fachzeitschrift wie die DAZ solche klickbait Artikel irgendwelcher Internetportale nicht einfach übernimmt, ohne die Aussagen wenigstens oberflächlich zu überprüfen. Insbesondere wenn man zu Recht von anderen (ARD Mittagsmagazin) journalistische Sorgfalt einfordert.
Ernsthaft zu behaupten, das durchschnittliche Jahresgehalt von Ärzten in den USA läge bei knapp 100000US$, ist schon mehr als grenzwertig. Ein Blick auf die Methode der Zahlenerhebung zeigt es deutlich: Es werden nur Gehälter von Angestellen berücksichtigt. Nun ist es aber üblich, das angestellte Ärzte in den USA zusätzlich auch in einer Praxis freiberuflich arbeiten. So kommt man auf ein realistisches durchschnittliches Jahreseinkommen von 294000US$, also etwa dreimal so viel wie im Artikel behauptet. Apotheker dagegen sind in den USA überwiegend nur angestellt und haben kein weiteres Einkommen, so dass hier die Zahl von knapp 100000US$ Jahreseinkommen realistisch ist. So verdienen Apoteheker in den USA also nicht mehr als Ärzte, sondern etwa ein Drittel von dem was Ärzte dort verdienen.
Wer mehr über den Verdienst von Ärzten in den USA wissen will, suche z.B. nach "Medscape Physician Compensation Report 2017", leider darf man hier ja keine Links einstellen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Hart an der Grenze zu Fake News

von Die Redaktion am 02.05.2018 um 11:11 Uhr

Lieber Herr Prech! Vielen Dank für den ergänzenden Hinweis, der den in der Online-Meldung dargelegten Vergleich um einen weiteren Aspekt ergänzt. Um Missverständnisse zu verhindern, haben wir nun in dem Text etwas mehr betont, dass es hierbei um den Vergleich der Einkommen von Angestellten und nicht von Selbständigen handelt. Sicher könnte die Darstellung des Einkommensgefüges unter dem Strich noch um mehr Daten und Statistiken angereichert werden. Danke insoweit für Ihren Hinweis auf den Medscape Physician Compensation Report. Die Ausgabe 2017, basierend auf den Ergebnissen einer Befragung von 19.200 Ärzten in mehr als 27 Disziplinen finden die Leser hier.
https://www.medscape.com/slideshow/compensation-2017-overview-6008547
Für die Ausgabe 2018, die erst kürzlich veröffentlicht wurde, haben mehr als 20.000 Mediziner aus über 29 Fachgebieten Informationen geliefert.
https://www.medscape.com/slideshow/2018-compensation-overview-6009667
Helga Blasius

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