Anhörung im Landtag

Becker: „Die Komplementärmedizin ist ein Wirtschaftsfaktor für die Apotheken“

Berlin - 20.04.2018, 15:20 Uhr

Fritz Becker, Chef des LAV-Baden-Württemberg, verteidigt die Apothekenpflicht für Homöopathika und Phytopharma. (Foto: Schelbert)

Fritz Becker, Chef des LAV-Baden-Württemberg, verteidigt die Apothekenpflicht für Homöopathika und Phytopharma. (Foto: Schelbert)


Der Sozialausschuss des Landtages in Baden-Württemberg hat sich am gestrigen Donnerstag mit der Komplementärmedizin und Naturheilverfahren beschäftigt. Experten aus dem Gesundheitsbereich diskutierten unter anderem über die wirtschaftliche Bedeutung von Phytopharmaka und Homöopathika und deren Apothekenpflicht. LAV-Präsident Fritz Becker unterstrich die Bedeutung der Komplementärmedizin für die Apotheker.

Länger als 2,5 Stunden beschäftigte sich der Ausschuss für Soziales und Integration am gestrigen Donnerstag mit dem Thema „Komplementärmedizin und Naturheilverfahren als Gesundheits- und Wirtschaftsfaktor – Kernkompetenz in Baden-Württemberg“. Eingeladen waren neben Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) und Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV) auch Vertreter der Ärzteschaft, des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und Vertreter der pharmazeutischen Industrie.

Peter Braun, Chef der Deutschen Homöopathie-Union (DHU), verteidigte die Homöopathie als Behandlungsmethode und wies auf die Bedeutung der Homöopathie-Hersteller für die Versorgung und die Wirtschaft hin. Laut Braun haben die Homöopathie-Hersteller 2016 rund 170 Millionen Packungen hergestellt und ausgeliefert. Ein Drittel aller abgegebenen Selbstmedikationspackungen gehörten dem Bereich der besonderen Therapierichtungen an. „Das zeigt, wie wichtig dieser Bereich ist.“ Braun wies auch Vorwürfe zurück, nach denen Homöopathie-Produkte unter schlechteren Sicherheitsbedingungen hergestellt würden. „Wir haben das gleiche Regelwerk, es ist ein professionelles Management in der Herstellung.“ Der DHU-Chef verteidigte auch die Apothekenpflicht von Homöopathika: Die Apotheker seien für die Beratung ein wichtiger und kompetenter Partner. „Die Natur-Medizin braucht kompetente Erklärung.“

LAV-Chef Fritz Becker sprach insbesondere über die wirtschaftliche Bedeutung der besonderen Therapierichtungen für die Apotheker. Zu den besonderen Therapierichtungen zählen neben den homöopathischen Arzneimitteln auch antroposophische sowie Phytopharmaka. Laut Becker sind in Deutschland derzeit 7563 Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen in Verkehr. Was den Umsatz betrifft, spaltet sich der OTC-Markt laut Becker folgendermaßen auf: „70 Prozent synthetisch hergestellte Arzneimittel, 20 Prozent Phytopharmaka, 10 Prozent Homöopathika.“ Becker unterstrich: „Diese Produkte sind für uns ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


1 Kommentar

Wirtschaftsfaktor Alternative Arzneimittel

von Dr. Edmund Berndt am 23.04.2018 um 16:59 Uhr

Geht es noch tiefer mit der Argumentation?
Wir Aberglauben durch Kommerz wirksam?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.