Zentiva in neuer Hand

Sanofi verkauft Generikasparte

Stuttgart - 17.04.2018, 11:00 Uhr

Sanofi drückt seine Generikasparte Zentiva ab. (Foto: imago)

Sanofi drückt seine Generikasparte Zentiva ab. (Foto: imago)


Für 1,9 Milliarden Euro übernimmt der Finanzinvestor Advent Sanofis Generikageschäft Zentiva. Der Deal soll bis Ende 2018 unter Dach und Fach sein. Zentiva wurde 2009 von Sanofi gekauft und 2014 mit der Sanofi-Tochter Winthrop Arzneimittel – ursprünglich Lichtenstein – verschmolzen.

Sanofi verkauft seine Generikasparte Zentiva. Als Käufer hat das forschende Pharmaunternehmen den Finanzinvestor Advent gefunden. Bis Ende des Jahres wollen Sanofi und Advent den 1,9-Milliarden-Euro-Deal abgeschlossen haben.

Bereits 2009 hat Sanofi das tschechische Unternehmen Zentiva übernommen und 2014 sodann mit der Sanofi-Tochter Winthrop Arzneimittel verschmolzen. Winthrop entsprang ursprünglich dem generischen Pharmahersteller Lichtenstein.

Ibuflam® und Novaminsulfon® Winthrop häufige Rabattarzneimittel

Apothekern sind die Arzneimittel der generischen Sanofisparte wohlbekannt. Zentiva ist nicht nur im OTC-Markt, sondern auch im verschreibungspflichtigen Arzneimittelbereich stark vertreten. Aufgrund von Rabattverträgen dürfte keine Apotheke in den vergangenen Jahren um Ibuflam® (OTC und Rx) herumgekommen sein. Doch auch im reinen RX-Sektor ist Zentiva mit Alfuzosin® Winthrop, Biso® Lich oder Novaminsulfon® Lichtenstein präsent im Apothekenmarkt. Nach Ablauf des Patents von Viagra stellte auch Zentiva ein preisgünstiges Sildenafil-Generikum zur Verfügung und auch im BtM-Bereich finden sich Präparate aus dem Hause Winthrop (Fentanyl® Winthrop-Zentiva). Winthrop zählte auch zu den wenigen pharmazeutischen Unternehmen, die bis zum zur PRAC-Empfehlung noch flupirtinhaltige Arzneimittel vermarkteten.
Nach firmeneigenen Angaben ist Zentiva die Nummer eins im deutschen Generikamarkt. Zentiva bezieht sich hier auf Absatzdaten von IMS-Health. Allerdings haben nach neueren Analysen die Generikahersteller Ratiopharm, Hexal und Aliud die Sanofi-Tochter mittlerweile überholt und auf Platz fünf verwiesen.

Neuer Investor Advent ging bei Stada leer aus

Advent war im vergangenen Jahr bereits an Generikaunternehmen interessiert. Gemeinsam mit einem weiteren Private-Equity-Investor, Permira, hatte Advent 2017 auf den deutschen Generikahersteller Stada geboten. Allerdings schlossen diesen Deal letzlich die Wettberwerber Bain und Cinven ab.

Für Zentiva hat Advent ambitionierte Pläne. Durch Investitionen in Produktion und Entwicklung will das Private-Equity-Unternehmen Zentiva zu einem europäischen Marktführer im generischen Arzneimittelmarkt formen.

Sanofi hingegen möchte künftig vor allem in Bereiche investieren, die der Pharmahersteller als forschendes Unternehmen als zukunftsträchig erachtet. So kündigte Sanofi erst im Januar an, ein auf seltene Blutkrankheiten spezialisiertes US-amerikanisches Biotechunternehmen – Bioverativ – für 11,6 Milliarden US-Dollar zu kaufen.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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