Konsolidierung bei Versendern

Shop Apotheke sammelt Geld für Zukäufe ein

München - 13.04.2018, 13:45 Uhr

Die Shop Apotheke will weiter wachsen und hat sich dafür 75 Millionen Euro besorgt. (Foto: Imago)

Die Shop Apotheke will weiter wachsen und hat sich dafür 75 Millionen Euro besorgt. (Foto: Imago)


Der niederländische Arzneimittelversender Shop Apotheke Europe macht mit seiner Ankündigung ernst, durch weitere Zukäufe wachsen zu wollen. Um diesen Expansionskurs zu finanzieren, hat sich das Unternehmen nun durch Ausgabe einer Wandelanleihe 75 Millionen Euro frisches Geld geholt.

Der Versandhändler Shop Apotheke Europe aus dem niederländischen Venlo setzt ihre seit Längerem andauernde Expansionspolitik fort. Wie das Unternehmen in einer Presserklärung mitteilte, hat es bei institutionellen Investoren Wandelanleihen platziert und damit 75 Millionen Euro eingenommen. Mit dem Geld sollen vor allem Zukäufe im OTC-Bereich insbesondere in Deutschland finanziert werden, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen. Darüber hinaus soll das Geld „für allgemeine Unternehmenszwecke“ zum Einsatz kommen.

Damit setzt die Unternehmensführung ihren Wachstumskurs (wie angekündigt) der vergangenen Jahre fort. So konnte Shop Apotheke durch die Übernahme der in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien tätigen Versandapotheke Farmaline im Jahr 2016 seine Präsenz in Europa auf einen Schlag deutlich erweitern. Im vergangenen Jahr verleibte sich Shop Apotheke Europe dann noch die Europa Apotheek ein und stärkte damit ihre Position im Rx-Geschäft.

Wen schluckt die Shop Apotheke?

Dabei soll es offensichtlich nicht bleiben. Bereits in der Vergangenheit hatte das Management wiederholt mitgeteilt, weiter eine aktive Rolle in der anhaltenden Marktkonsolidierung spielen zu wollen. Anlässlich der Bilanzvorlage im März teilte Shop Apotheke zudem mit, verschiedene Finanzierungsoptionen zu prüfen, um bei Gelegenheiten flexibel reagieren zu können.

Eine dieser Optionen hat mit der Ausgabe der Wandelanleihen nun konkrete Formen angenommen. Wandelanleihen sind mit einem Zins ausgestattete Anleihen, die dem Inhaber das Recht einräumen, sie während einer festgelegten Frist in einem bestimmten Verhältnis in Aktien einzutauschen.

Zinssatz 4,5 Prozent

Im Fall von Shop Apotheke Europe handelt es sich um nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren, einer Stückelung von je 100.000 Euro und einem jährlichen Zinssatz von 4,5 Prozent. Die anfängliche Wandelprämie ist laut Unternehmen auf 46,7 Euro festgelegt worden, was einer Prämie von 25 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs vor der Ausgabe der Anleihen entspricht. Die Anleihen sollen innerhalb von zwei Wochen nach der Abwicklung zum Handel im Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse (Open Market) eingeführt werden.

Shop Apotheke Europe ist mit seinen Wachstumsplänen im Versandhandelsgeschäft allerdings nicht allein. Auch die Wettbewerber setzen auf Größe, ein entscheidendes Kriterium in diesem Geschäft. So hat die Schweizer Zur Rose-Gruppe, die Muttergesellschaft von DocMorris, Ende vergangenen Jahres den Bremer Versender Eurapon Pharmahandel GmbH und die Versandapotheke Vitalsana übernommen. Erst im März betonte das Management, dass Zur Rose weiterhin eine „aktive Rolle in der Konsolidierung des OTC-Versandmarktes über geeignete Akquisitionen“ einnehmen wolle. Der Leipziger Arzneimittel-Versender Apo-Discounter hat seinerseits das Versandgeschäft von Medipolis aus Jena und die Deutsche Internet Apotheke aus Erftstadt bei Köln erworben.

Zuletzt hatten die Aktienkurse der EU-Versender stark unter dem im Koalitionsvertrag angekündigten Rx-Versandverbot gelitten. Sowohl der Kurs der Shop Apotheke als auch der von Zur Rose war in den Tagen nach der Veröffentlichung des Koalitionsvertrages eingebrochen, inzwischen sind die Kurse aber wieder gestiegen.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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