Studie

Mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche verkürzen das Leben

Berlin - 13.04.2018, 16:30 Uhr

So erfrischend ein kühles Bier im Freien auch ist - es sollte nicht jeden Abend genossen werden. Denn ab mehr als fünf großen Pils die Woche sinkt die Lebenserwartung, fanden Forscher heraus. (Foto: Imago)

So erfrischend ein kühles Bier im Freien auch ist - es sollte nicht jeden Abend genossen werden. Denn ab mehr als fünf großen Pils die Woche sinkt die Lebenserwartung, fanden Forscher heraus. (Foto: Imago)


Das tägliche Feierabendbier geht aufs Herz, fand ein internationales Forscherteam heraus. Wer mehr als zweieinhalb Liter Bier oder fünfeinhalb Gläser Wein pro Woche trinkt, riskiert kardiovaskuläre Ereignisse und einen früheren Tod. Experten fordern, die Richtwerte für den Alkoholkonsum zu senken.

Schon mäßiger Alkoholkonsum verkürzt die Lebenserwartung, lautet das Ergebnis einer internationalen Studie, welche vor kurzem im Lancet erschienen ist. Ein internationales Forscherteam wertete hierzu Daten von 83 prospektiven Untersuchungen aus 19 wohlhabenden Ländern aus.

In ihre Analysen flossen die Daten von rund 600.000 Menschen ein, die jeweils unterschiedliche Alkoholmengen regelmäßig konsumierten und keine bekannten kardiovaskulären Vorerkrankungen aufwiesen. Die Beobachtungszeit in den Einzelstudien betrug mindestens 1 Jahr und umfasste Informationen über Alter, Geschlecht, Tabakgebrauch, Diabetes sowie weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren der Teilnehmer.  

Wieviel Alkohol richtet welchen Schaden an?

Als Endpunkte wählten die Autoren die Gesamtmortalität sowie das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen, die sie in Zusammenhang mit der konsumierten Alkoholmenge setzten. Außerdem werteten die Forscher aus, welche Herz-Kreislauferkrankungen im Einzelnen auftraten wie beispielsweise Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, tödliche Blutdruckkrisen und Aortenaneurysmen.

Alkoholkonsum

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Alkoholkonsum

Den Ergebnissen zufolge verkürzen mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche das Leben. Dies entspricht etwa zweieinhalb Liter Bier oder fünfeinhalb Gläser Wein. Die Forscher fanden bei diesem Zusammenhang eine Dosisabhängigkeit und berechneten in einer Modellrechnung den Einfluss des Alkoholkonsums auf die Lebenserwartung eines Vierzigjährigen. Demnach sterben Menschen, die zwischen 100 und 200 Gramm Ethanol pro Woche zu sich nehmen, 6 Monate früher als bei einem Konsum von weniger als 100 Gramm. Ab einer Menge von 350 Gramm pro Woche, was etwa zehn großen Bieren entspricht, verkürzt sich die Lebenserwartung sogar um vier bis fünf Jahre. Die Ergebnisse betrafen Frauen und Männer jeweils im gleichen Ausmaß.

Mehr Schlaganfälle – weniger Herzinfarkte

Bei der Auswertung der kardiovaskulären Ereignisse zeigte sich ein differenziertes Bild. So stieg mit der getrunkenen Alkoholmenge das Risiko, einen Schlaganfall, Herzinsuffizienz, eine tödliche Blutdruckkrise, ein tödliches Aortenaneurysma zu erleiden oder an koronarer Herzkrankheit ohne Herzinfarkt zu erkranken. Dagegen war das Risiko für Herzinfarkt unter den Teilnehmern, die mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche tranken um 6 Prozent geringer. Die Assoziation war dabei für nicht-tödliche Herzinfarkte ausgeprägter als für die fatalen Fälle.

„Dies lässt sich dadurch erklären, dass Alkohol zwar grundsätzlich positive Effekte auf das Lipidprofil hat, jedoch zu einer Steigerung des Blutdrucks führt. Die Blutdruckerhöhung wirkt sich dabei ungünstig vor allem auf das Schlaganfallrisiko aus“, erläuterte der Mit-Autor und Epidemiologe Peter Willeit diesen Befund in einer Pressemitteilung.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Mengenlimitirung der Gläser, Flaschen und Dosen.

von joachim lucas am 16.08.2018 um 22:00 Uhr

Falls dieses geschehen wird, ist es dem Konsumenten egal. Er wird halt mehr bestellen.

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Alkohol limitieren

von Johannes Reinders am 15.04.2018 um 15:11 Uhr

Gastwirte sollten 1/8 L -Gläser Wein anbieten.
Gastwirte sollten max. 0,3 L Bier anbieten.
Die Flaschengröße sollte der Gesetzgeber auf 0,33 L limitieren.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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