DocDirect startet in BaWü

Fernbehandlung auch für gesetzlich Versicherte

Stuttgat - 13.04.2018, 07:00 Uhr

Chat mit dem Arzt: GKV-Versicherte in zwei Modellregionen können sich ab kommenden Montag online ärztlichen Rat holen.(Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com)                                      

Chat mit dem Arzt: GKV-Versicherte in zwei Modellregionen können sich ab kommenden Montag online ärztlichen Rat holen.(Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com)                                      


GKV-Patienten in den Regionen Tuttlingen und Stuttgart können sich ab kommendem Montag per Fernbehandlung behandeln lassen. Dann geht der Modellversuch DocDirect an den Start. Für Privatpatienten ist das im Ländle schon eine Zeitlang möglich. Es können sogar elektronische Rezepte ausgestellt werden, für gesetzliche Versicherte ist das derzeit noch nicht möglich. 

Baden-Württemberg scheint seine Vorreiterrolle, was die Telemedizin angeht, zu behaupten. Bereits seit Sommer 2016 erlaubt die Berufsordnung der Ärzte in Baden-Württemberg Modellprojekte, um die Fernbehandlung zu erproben, denn eigentlich ist deutschen Ärzten die Fernbehandlung verboten. Seit Januar 2018 läuft ein Modellversuch, in dessen Rahmen privat Versicherte in den Genuss der Telemedizin kommen können. Ab kommenden Montag gibt es dann auch für GKV-Versicherte diese Möglichkeit – allerdings nur in den Regionen Stuttgart und Tuttlingen. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg startet das Projekt mit dem Namen „DocDirect“ mit 35 Ärzten – alle niedergelassen in Baden-Württemberg.

Es richte sich an gesetzlich Krankenversicherte in den beiden Regionen mit einem akuten Gesundheitsproblem, die ihre eigenen Haus- oder Fachärzte nicht erreichen können, so die KV. Softwareplattform und die Technik kommt von demselben Dienstleister, das auch hinter dem Projekt für die PKV-Versicherten steckt – TeleClinic. Weiter ist die TeleClinic bei DocDirect allerdings nicht involviert. 

Rückruf innerhalb von 30 bis 40 Minuten

GKV-Versicherte, die ärztlichen Rat brauchen, können künftig von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr in einem Call-Center der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg anrufen, aber auch per App oder online ist die Kontaktaufnahme möglich. Geschulte Medizinische Fachangestellte erfassen die Daten und lassen sich die Symptome schildern. Dringende Fälle werden an die Notfallzentrale weitergeleitet. Für alle anderen wird ein „Ticket“ erstellt,  das ein Tele-Arzt online über eine webbasierte Plattform aufrufen kann. In der Zwischenzeit geht es ins „virtuelle Wartzimmer“. Laut KV-Vorstandsvize Dr. Johannes Fechner ist das Ziel, dass die Patienten binnen 30 bis 40 Minuten einen Rückruf erhalten. Der Patient kann auch eigene Dokumente hochladen. Das könnte beispielsweise ein Foto sein, das einen Ausschlag zeigt, eine Röntgenaufnahme oder auch ein Arztbrief.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Telemedizin?

von Heiko Barz am 14.04.2018 um 12:06 Uhr

"Teilnehmende Deutsche vor Ort Apotheken bekommen das Rezept als 'Reservierung' ......."
Welche Qualitäten und pharmazeutische Voraussetzungen werden erforderlich sein, um diesem POOL zugeordnet zu werden?
Werden dann Europäische Ausschreibungen zwangsweise nötig, und DOMO und ähnliche Piratenversender sich wieder durch "Spargelfahrten" in den Fokus bringen?
Wer bietet gerechte Verteilung an? Vielleicht der 'listige' Europäische Generalanwalt?
Das KANN gar nicht funktionieren, zumal, wenn der Mai dem Ende zustrebt, jedem Datenbeauftragten ein neues, lukratives Bestrafungsfeld vor die Füße knallt!
Ich sehe der pharmazeutischen Zukunft mit Freuden und sehr optimistisch entgegen.

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