Kein Käufer gefunden

Apogepha schließt Standort Lockwitz

München - 10.04.2018, 16:15 Uhr

Die Produktionsstätte in Dresden Lockwitz wird geschlossen. (Foto: Quelle: APOGEPHA Arzneimittel GmbH)

Die Produktionsstätte in Dresden Lockwitz wird geschlossen. (Foto: Quelle: APOGEPHA Arzneimittel GmbH)


Nachdem das Desdner Pharmaunternehmen Apogepha Arzneimittel GmbH keinen Käufer für seine Produktionsstätte in Lockwitz gefunden hat, soll diese nun zum Jahresende geschlossen werden. Nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung dürften 49 Mitarbeiter des auf urologische Arzneimittel spezialisierten Unternehmens die Kündigung erhalten. 

Im November 2017 teilte die Apogepha Arzneimittel GmbH in Dresden mit, ihren Fokus künftig auf Entwicklung, Marketing und Vertrieb richten zu wollen und sich damit strategisch neu auszurichten. Deshalb wolle sich das Unternehmen zum 1. Januar 2019 von seiner Produktionsstätte in Dresden-Lockwitz trennen und diese veräußern.

Doch aus dem Verkauf scheint nichts zu werden, wie jetzt die Sächsische Zeitung (SZ) berichtet. Ein Käufer für den Produktionsstandort sei nicht gefunden worden. Geschäftsführer Markus Bauer habe zwar mit mehreren Unternehmen verhandelt, konnte aber keinen Vertrag schließen. Deshalb, so der Bericht, müsse nun die Schließung der Produktionsstätte zum 31. Dezember 2018 vorbereitet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten alle Mitarbeiter eine Beschäftigungsgarantie erhalten. Darüber hinaus müsse aber 49 Angestellten in der Produktion gekündigt werden. Insgesamt hatte Apogepha Ende März 200 Mitarbeiter.

Die SZ zitiert Bauer mit den Worten: „Ziel der Geschäftsführung war es, einen großen Teil der Arbeitsplätze in der Herstellung zu erhalten. Dies ist uns bis zum heutigen Tag nicht gelungen. Und leider liegen derzeit keine Anhaltspunkte vor, dass sich in den nächsten Wochen beziehungsweise Monaten daran etwas ändern wird.“ 

Herstellung soll auf andere übertragen werden

Apogepha erwirtschaftet dem Bericht nach einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro. Das Unternehmen werde sich auch künftig auf die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb urologischer Arzneimittel konzentrieren, das Spezialgebiet der Dresdner Firma. Die Herstellung der eigenen urologischen Produkte solle aber auf andere Hersteller in Deutschland übertragen werden.

Laut SZ sollte der Standort Lockwitz ursprünglich nicht nur für die eigene Produktion, sondern auch zur Lohnfertigung für andere Pharmafirmen genutzt werden. Dieser sei für umgerechnet knapp 14 Millionen Euro errichtet und 1996 eingeweiht worden. 2011 bis 2012 habe das Unternehmen weitere zehn Millionen Euro in die Erweiterung der Fertigung investiert, 2015 nochmals 1,2 Millionen Euro.

Als Grund für die im November verkündete Neuausrichtung führte Apogepha an, dass gesundheitspolitische Entwicklungen und der Kostendruck im Gesundheitswesen zu einer höheren Effizienz in der Fertigung zwingen würden. Dies könne das Unternehmen mit der eigenen, sehr spezialisierten, Produktpalette allein nicht erreichen.


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