Medizintechnologie-Verband

PR-Kampagne gegen Hilfsmittel-Ausschreibungen

Berlin - 05.04.2018, 14:30 Uhr

Mit einer PR-Kampagne, bei der sich eine Stoma-Patientin gegen Hilfsmittel-Ausschreibungen ausspricht, macht der BVMed derzeit Stimmung gegen Kassenverträge. (Foto: BVMed)

Mit einer PR-Kampagne, bei der sich eine Stoma-Patientin gegen Hilfsmittel-Ausschreibungen ausspricht, macht der BVMed derzeit Stimmung gegen Kassenverträge. (Foto: BVMed)


Die Hilfsmittel-Verträge und Ausschreibungen einiger Kassen erregen nicht nur die Gemüter der Apotheker. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat im Rahmen seiner Initiative „Faktor Lebensqualität“ nun eine PR-Kampagne gegen die Ausschreibungspraxis der Kassen gestartet. Das Motto lautet: „Liebe Krankenkassen, nicht am falschen Ende sparen!“

Insbesondere die DAK und die Barmer sorgten für Aufsehen, weil sie beispielsweise die Versorgung mit Stoma-, Inkontinenz- oder Beatmungsprodukten ausgeschrieben hatten. Konkret ging es um die hohe Gewichtung des Preises in den Ausschreibungen, die der Gesetzgeber mit dem Heil- und Hilfsmittelgesetz eigentlich verboten hatte. Das Bundesversicherungsamt reagierte kürzlich und hat die Verträge verboten.

Dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sind die Ausschreibungen der Kassen in diesen Bereichen schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Im Rahmen seiner Initiative „Faktor Lebensqualität“ informiert der Verband seit einigen Jahren über die „Sensibilität“ dieses Versorgungsbereiches. In einem Positionspapier von 2016 – also noch vor den Neuregelungen durch das Heil- und Hilfsmittelgesetz – teilte der BVMed mit: „Es scheint, als nutzen Krankenkassen die Ausschreibungsoption allein als Kostendämpfungsinstrument. Die qualitative Hilfsmittelversorgung rückt hierbei in den Hintergrund.“

Weil einige Kassen ihre Hilfsmittelverträge nun trotz der neuen Rechtslage nicht angepasst haben, hat der Verband Ende März erneut seine Kampagnenaktivität verstärkt und „Nein zu Ausschreibungen“ gestartet. Bei der Kampagne kommen Patienten zu Wort, die darauf hinweisen, wie empfindlich der Hilfsmittel-Versorgungsbereich ist. Auf einem Poster erklärt eine Stomaträgerin: „Liebe Krankenkassen, nicht am falschen Ende sparen! Ich bin gesetzlich krankenversichert. Und das möchte ich auch gerne bleiben. Aber ich will nicht, dass wichtige Leistungen meiner Kasse und sensible Versorgungen wie z.B. die Stomaversorgung öffentlich ausgeschrieben werden, nur um Geld zu sparen. Die Wahlfreiheit für Produkte und Versorger muss unbedingt bleiben!“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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