OTC-Markt

Novartis steigt aus GSK-Joint-Venture aus

Berlin - 27.03.2018, 11:00 Uhr

Durch den Ausstieg von Novartis wird GSK zukünftig das gemeinsame OTC-Geschäft komplett übernehmen (Foto: imago)

Durch den Ausstieg von Novartis wird GSK zukünftig das gemeinsame OTC-Geschäft komplett übernehmen (Foto: imago)


Seit 2015 vertrieben Novartis und GSK gemeinsam OTC-Arzneimittel. Nun wollen die Schweizer ihre Anteile am Gemeinschaftsprojekt für 13 Milliarden US-Dollar an GSK verkaufen. In Zukunft will sich Novartis mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis steigt aus seinem Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline (GSK) aus. Die Briten wollen für 13 Milliarden US-Dollar (10,5 Milliarden Euro) in bar Novartis' 36,5-prozentige Beteiligung an dem Joint Venture für rezeptfreie Medikamente übernehmen, wie die Gesellschaften am heutigen Dienstag in Basel und London mitteilten.

Das gemeinsame Consumer-Healthcare-Joint-Venture entwickle sich gut, sagte Novartis-Chef Vas Narasimhan. Doch für Novartis sei jetzt der richtige Zeitpunkt, seinen Anteil an dem erst 2015 gegründeten Unternehmen für einen attraktiven Preis zu veräußern. Den Erlös will er für den Ausbau des Kerngeschäfts und Übernahmen einsetzen. Sofern die GSK-Aktionäre und die Genehmigungen der Behörden vorliegen, soll der Deal bis Mitte 2018 abgeschlossen sein. Die vier von Novartis ernannten Mitglieder des gemeinsamen Joint-Venture-Verwaltungsrats werden nach Abschluss der Transaktion zurücktreten.

Die Transaktion beende die Unsicherheit, sagte GSK-Chefin Emma Walmsley. Über den Ausstieg von Novartis war bereits seit vergangenem Mai spekuliert worden. GSK hatte bereits Interesse an einer Komplettübernahme bekundet. Novartis musste nur eine Verkaufsoption ziehen.

GSK prüft Finanzierung der Übernahme

Die Briten rechnen damit, dass die Komplettübernahme schon im laufenden Jahr zu ihrem bereinigten Gewinn beiträgt. GSK will sich stärker auf rezeptfreie Medikamente und Mundhygiene-Produkte konzentrieren. Dabei war der Konzern erst vergangene Woche als Kaufinteressent für die entsprechende Sparte des US-Konkurrenten Pfizer abgesprungen. Dort galten die Briten als letzter verbliebener Bieter. Am Markt war von einer Bewertung von mindestens 20 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Doch offenbar war es schwierig, überhaupt Bieter für eine solche Summe zu finden.

Für GSK ist selbst die Komplettübernahme des Joint Ventures mit Novartis kein Pappenstiel. Um das Vorhaben zu finanzieren, stellt das GSK-Management Teile des Nahrungsmittel-Geschäfts wie dem Malzdrink Horlicks sowie die 72,5-prozentige Beteiligung an der indischen Tochter GlaxoSmithKline Consumer Healthcare auf den Prüfstand. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen etwa Ende des Jahres vorliegen.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten von Verkauf der Joint-Venture-Anteile gut an. Die Novartis-Aktie gewann im vorbörslichen Handel über zwei Prozent an Wert, die GSK-Papiere ebenfalls.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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