Falsch beschriftet

Bayer ruft Alka-Seltzer Plus® in den USA zurück

Stuttgart - 27.03.2018, 14:45 Uhr

Der Pharmakonzern Bayer ruft in den USA das ASS-haltige Alka Seltzer zurück, weil Packungen falsch beschrittet worden waren. (Foto: Imago)

Der Pharmakonzern Bayer ruft in den USA das ASS-haltige Alka Seltzer zurück, weil Packungen falsch beschrittet worden waren. (Foto: Imago)


Aspirin® bereitet Bayer derzeit einige Probleme. Musste der Pharmakonzern jüngst Lieferschwierigkeiten bei Aspirin® i.v. einräumen, ruft er nun das ASS-haltige Alka-Seltzer Plus® in den USA zurück. Der Grund: Bayer hat die Packung falsch beschriftet und sieht darin eine Gefahr für Patienten.

So ganz rund und reibungslos läuft es bei Bayer derzeit nicht. In der vergangenen Woche gestand der Leverkusener Pharmakonzern Lieferschwierigkeiten bei Aspirin® i.v. ein. Diese parenterale Formulierung der Acetylsalicylsäure hat einen wichtigen Stellenwert in der Notfallmedizin beim akuten Koronarsyndrom – instabiler Angina pectoris, Myokardinfarkten. Bayer ist der einzige Hersteller in Deutschland.
Im letzten Sommer mangelte es flächendeckend an Bepanthen® Augen- und Nasensalbe. Hier waren galenische Unschönheiten das Problem – die W/O-Emulsion ölte aus. Und hinzu kommt, dass die Grünen-Bundestagsfraktion immer mehr Druck auf den Pharmakonzern in Sachen Iberogast ausübt. Die Grünen fordern, dass seit Jahren bekannte Nebenwirkungen bei Schöllkraut-haltigen Präparaten in die Packungsbeilage aufgenommen werden.

Falsche Beschriftung kann Patienten gefährden

Nun muss Bayer eine weitere Panne zugeben. In den Vereinigten Staaten ruft der Konzern das ASS-haltige Kombipräparat Alka-Seltzer Plus® zurück: Die Packung des Erkältungs-Arzneimittels ist hinten und vorne unterschiedlich beschriftet. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat bereits über den freiwilligen Rückruf Bayers informiert. Betroffen sind ausschließlich Präparate, die nach dem 9. Februar 2018 an Walmart, CVS oder Walgreens and Kroger verkauft wurden.

Diese falsche Beschriftung könne dazu führen, dass Patienten das Präparat einnähmen, obwohl sie auf einen der Wirkstoffe allergisch oder die aus medizinischen Gründen bei dem Patienten kontraindiziert seien, begründet die FDA den Rückruf. Es bestehe das Risiko ernsthafter gesundheitlicher Komplikationen. Laut der Arzneimittelbehörde haben die FDA solche Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen bislang aber nicht erreicht.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Alka-Seltzer Plus® enthält kein ASS

von DAZ.online-Redaktion am 28.03.2018 um 9:45 Uhr

Guten Morgen,
danke für den Hinweis. Allerdings enthält das Präparat unseren Informationen nach unter anderem 325 mg Aspirin und kein Paracetamol.
https://labeling.bayercare.com/omr/online/alka-seltzer-plus-sparkling-original-cold-formula.pdf
Viele Grüße
Ihre DAZ.online-Redaktion

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Alka-Seltzer Plus® enthält kein ASS sondern Paracetamol

von Elke am 28.03.2018 um 9:31 Uhr

Korrektur zur Aussage: "ASS-haltige Kombipräparat Alka-Seltzer Plus®". Alka-Seltzer Plus® in den USA ist ein Kombinationserkältungsmittel und hat nichts mit dem in normalen Alka-Seltzer zu tun. Es enthält kein ASS sondern Paracetamol!
https://www.alkaseltzerplus.com/

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