Wegen Verwechslungsgefahr

Insulin Fiasp wird rot-gelb

Stuttgart - 26.03.2018, 13:15 Uhr

Fiasp erhält ein neues Design. (Foto: EMA)

Fiasp erhält ein neues Design. (Foto: EMA)


Das schnell-wirksame Inuslin Fiasp® bekommt einen neuen Look. Wie die EMA vergangenen Freitag mitteilte werden alle Darreichungsformen in Zukunft rot und gelb sein, statt wie bisher gelb. Hintergrund der Farbänderung sind mehrere Fälle von Verwechslungen mit dem ultralangwirksamen Insulin Tresiba®, das in hellgrüner Aufmachung daherkommt, aber in Deutschland nicht mehr erhältlich ist. 

Im Januar 2017 hatte NovoNordisk die EU-Zulassung für sein ultraschnelles Insulin Fiasp® erhalten. Fiasp® enthält eine weiterentwickelte Formulierung des schnell wirksamen Insulin aspart in NovoRapid® und soll dadurch noch rascher als dieses wirken. Die Fertigpens, Patronen und Durchstechflaschen – in diesen Darreichungsformen ist das Insulin auf dem Markt – sind bislang gelb. Das wird sich allerdings in naher Zukunft ändern. Das Mahlzeiteninsulin soll rot-gelb werden. Das teilte die EMA vergangenen Freitag mit.

Bild: EMA

Der Wechsel beim Design erfolgt allerdings nicht aus ästhetischen Gründen, sondern aus Gründen der Arzneimittelsicherheit. Offenbar kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Verwechslungen mit dem ultralangwirksamen Insulin Tresiba® (Insulin degludec), das eine hellgrüne Aufmachung hat. Das schnell wirksame Fiasp®, das zu den Mahlzeiten verabreicht wird, und das einmal täglich applizierte Basalinsulin Tresiba® werden oft zusammen verordnet.

Laut CHMP sollen Apotheker über diesen Farbwechsel informiert werden, zudem werden Fristen gesetzt, in denen die Änderung erfolgen muss.

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In Deutschland stellt sich dieses Verwechslungsproblem allerdings nicht akut. Denn das Ultralangzeitinsulin degludec ist seit knapp zwei Jahren nicht mehr auf dem Markt. Der Konzern war unzufrieden mit dem Erstattungsbeitrag, den die Schiedsstelle nach dem Scheitern der Preisverhandlungen zwischen Hersteller und GKV-Spitzenverband festgelegt hatte. Auch die fixe Kombination aus Insulin degludec und Liraglutid (Xultophy®) gibt es hierzulande nicht mehr. Im europäischen Ausland, zum Beispiel in Österreich, ist Tresiba® jedoch erhältlich. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Tresiba decludec

von A. S. am 28.03.2018 um 7:39 Uhr

Tresiba degludec ist ein in ganz Europa zugelassenes Basalinsulin und kann über deutsche Apotheken auch weiterhin aus dem Ausland bestellt werden. Einige weitsichtige Krankenkassen erstatten die Kosten, nach ärztlicher Verordnung problemlos. Das dieses einzigartige Basal Insulin in Deutschland -und nur! in Deutschland auf Grund der Preis Politik vom Markt genommen wurde und somit 40.000! Patienten wieder auf teilweise veraltete Insuline umgestellt werden mussten, grenzt an Körperverletzung. Stellt der Deutschen Gesundheitspolitik ein weiteres Armutszeugnis aus und bestätigt erneut, politisch kurzsichtiges Denken. Durch Tresiba lassen sich lebensbedrohliche, insbesondere nächtliche Unterzuckerungen verhindern und somit erhebliche Folgekosten vermeiden. Eine Packung Tresiba 5x3ml Patronen kostet im Durchschnitt ca.30,00€ mehr als Glargin Insuline. Je nach Insulinbedarf reicht eine Packung ca. 1 Quartal. Wenn man nun darüber nachdenkt, wieviel teurer Notarzteinsätze, Krankenhausaufenthalte sowie die Behandlung der Folgeerkrankungen aufgrund schwerer Unterzuckerungen sind, stellt sich die Frage, warum in Deutschland für Tresiba keine Preiseinigung erreicht wird. Das sich zudem mit Tresiba eine deutlich konstantere Blutzuckereinstellung -ohne Unterzuckerungen- erreichen lässt, Tresiba nur 1mal täglich injiziert werden muss und sich insgesamt die Lebensqualität von Patienten und deren Angehörige nachweislich verbessert, möchte ich nicht unerwähnt lassen!!!
Diabetes Patienten sollten bei Bedarf mit ihrem behandelnden Diabetologen sprechen und Tresiba ggf. bei ihrer Krankenkasse anfragen.
Zur Info: eine Packung Tresiba 5×3ml Patronen - kostet derzeit über das Ausland ca. 145, 00 €.


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