Chargenrückruf

Zu wenig Wirkstoff in Dynexan Zahnfleischtropfen

Stuttgart - 21.03.2018, 14:30 Uhr

Eine Charge Dynexan wird zurückgerufen. (Foto: Kreussler)

Eine Charge Dynexan wird zurückgerufen. (Foto: Kreussler)


Die Chemische Fabrik Kreussler ruft eine Charge Dynexan® Zahnfleischtropfen aus den Apotheken zurück. Das teilt die Arzneimittelkommission der Apotheker mit. Hintergrund ist eine Unterschreitung des Spezifikationsbereichs für den Wirkstoffgehalt, wie es in der Mitteilung heißt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Mittel schlechter wirkt.

Dynexan® Zahnfleischtropfen enthalten neben Nelken- und Bitterfenchelöl, Aluminiumformiat – ein Salz der Ameisensäure mit adstringierender Wirkung. Das Arzneimittel wird traditionell bei leichten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut eingesetzt. Wie der Hersteller, die Chemische Fabrik Kreussler, über die Arzneimittelkommission der Apotheker mitteilt, wurde bei der routinemäßigen Überprüfung einer Charge eine Abweichung im Wirkstoffgehalt festgestellt – sie enthält zu wenig. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Wirksamkeit vermindert ist, wird die betroffene Charge mit der Bezeichnung 7A11102 zurückgerufen. Kreussler weist darauf hin, dass keine gesundheitliche Gefährdung für Patienten bei der Anwendung besteht. Apotheken sollen ihren Warenbestand überprüfen und die Charge 7A11102 gegebenenfalls an den Hersteller zurücksenden – und zwar bis 30. April gegen Gutschrift oder Ersatzware.

Alternativen bei Entzündungen im Mund

Als wirkstoffgleiche Alternative ist das Medizinprodukt Cional® verfügbar. Der Name dürfte einigen bekannt vorkommen, unter diesem Namen wurde Dynexan®  früher vermarktet. Der Produktname wurde geändert. Seit 2015 findet sich Cional® wieder in der Taxe, eben als Medizinprodukt. Vertrieben wird es aus Österreich.

Ein alternatives Adstringens für die Anwendung in der Mundhöhle ist beispielsweise Pyralvex®, das einen Rhabarberwurzel-Trockenextrakt enthält. Die adstringierende Wirkung der Rhabarberwurzel beruht auf ihrem hohen Gerbstoffgehalt. Auch Myrrhentinktur kommt in Frage, die von zahlreichen Herstellern als HV-Packung im Handel ist, zum Beispiel Lamotte, Caelo oder Hetterich.

Andere pflanzliche Arzneimittel, die bei Entzündungen des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut eingesetzt werden können, sind beispielsweise Salviathmyol®, das eine Mischung verschiedener ätherischer Öle enthält, darunter Salbei-, Euklayptus-, Pfefferminz- und Zimtöl; Kamillosan® Konzentrat mit Kamillenblütenextrakt und Kamillenblütenöl oder Kamistad®. Letzteres ist ein Gel und enthält neben Kamillenblütenextrakt noch das Lokalanästhetikum Lidocain.  Im Gegensatz zu den Lösungen enthält es auch keinen Alkohol. Ebenfalls ein alkoholfreie Option ist das Dynexan® Mundgel, neben dem Hauptwirkstoff Lidocain enthält es ätherische Öle, wie Bitterfenchel-, Sternanis und Minzöl. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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