Karin Maag (CDU)

Impfstoffversorgung könnte erneut im Bundestag landen

Berlin - 19.03.2018, 14:20 Uhr

Die Unionsfraktion könnte die Impfstoffverträge im Nordosten Deutschlands erneut aufgreifen und Klarheit schaffen. (Foto: Dxfoto/adobe.stock.com)

Die Unionsfraktion könnte die Impfstoffverträge im Nordosten Deutschlands erneut aufgreifen und Klarheit schaffen. (Foto: Dxfoto/adobe.stock.com)


Die Impfstoffversorgung im Nordosten Deutschlands sorgt weiter für Unruhe. Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, erklärte am heutigen Montag in Berlin, dass sie alle möglichen vertraglichen Schlupflöcher stopfen wolle. Der Impfstoffmarkt sei zu empfindlich für Ausschreibungen.

Konkret geht es um die neue Grippeimpfstoff-Vereinbarung zwischen der AOK Nordost und den Apothekerverbänden der Region für die Saison 2018/2019. Die Apothekerverbände und die AOK im Nordosten hatten eine neue Vereinbarung zur Versorgung GKV-Versicherter mit Grippeimpfstoffen geschlossen. Das Neue daran ist: Sie hat quadrivalente Impfstoffe zum Gegenstand – nicht mehr trivalente. Der Hintergrund ist, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI beschlossen hat, ihre Empfehlung zur Grippeimpfung hin zum Vierfach-Impfstoff zu ändern. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat hier das letzte Wort – es wird jedoch erwartet, dass er sich in Kürze der STIKO-Empfehlung anschließt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren sieht die Vereinbarung zwischen Kassen und Apothekern im Nordosten vor, dass Ärzte Grippeimpfstoffe aller am Markt befindlichen Hersteller verordnen können. Sofern die Ärzte der Apotheke die Auswahl des Grippeimpfstoffs überlassen, also generisch verordnen, gilt jedoch ein zwischen den Vertragspartnern vereinbarter Festpreis pro Impfdosis – in der kommenden Saison sind es 10,95 Euro, die die Apotheke bekommt.

Die Vertragspartner betonen, dass die Vertragsärzte in der Auswahl des Impfstoffes in keiner Weise eingeschränkt sind. Die Pharmaindustrie ist dagegen der Meinung, das Patientenwohl sei gefährdet. Schon in der vergangenen Woche hatten sich der BPI-Vorstandsvorsitzende Martin Zentgraf und DAV-Chef Fritz Becker über die Lesart der Impfstoff-Vereinbarungen unterhalten. Becker sicherte zu, dass immer eine Ausweichmöglichkeit vorhanden sei, falls ein Hersteller nicht mehr liefern könne.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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