Ex-Pharma-Manager verurteilt

Sieben Jahren Haft für „Pharma Bro“ Shkreli

New York - 12.03.2018, 16:00 Uhr

Der ehemalige Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss für sieben Jahre hinter Gitter. (Foto: Imago)

Der ehemalige Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss für sieben Jahre hinter Gitter. (Foto: Imago)


Wegen der drastischen Preiserhöhungen für das gegen Toxoplasmose eingesetzte Arzneimittel Daraprim galt er als „meistgehasster Mann Amerikas“, nun muss Unternehmer Martin Shkreli für sieben Jahre hinter Gitter. Nach krummen Hedgefonds-Geschäften zeigte der Pharma-Bad-Boy, auch „Pharma Bro“ genannt, bei der Verkündung des Strafmaßes Reue.

Martin Shkreli sorgte im Jahr 2015 in den USA aber auch darüber hinaus für maximale Empörung: Seine Firma Turing Pharmaceuticals hatte den Preis für ein seit Langem existierendes Arzneimittel (Daraprim mit dem Wirkstoff Pyrimethamin) zur Behandlung von Toxoplasmose von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Tablette erhöht.

Doch das war nicht der Grund, warum sich Shkreli vor Gericht verantworten musste. Vielmehr hatte ihn eine Jury bereits im vergangenen August wegen Wertpapierbetrugs für schuldig befunden. Er soll den Wert der beiden zuvor von ihm geleiteten Hedgefonds – MSMB Capital Management und MSMB Healthcare Management – durch Aktienmanipulationen aufgebläht haben. Am vergangenen Freitag verkündete das Gericht nun das Strafmaß. Shkreli wurde zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Zudem muss er ein Bußgeld von knapp 7,4 Millionen Dollar (6,2 Millionen Euro) zahlen. Shkreli sitzt bereits seit vergangenem September im Gefängnis.

Shrekli: Es ging nicht um Geld, sondern um Reputation

Der 34-Jährige zeigte sich laut Berichten von US-Medien im Gerichtssaal reuevoll. „Geld war nie mein Beweggrund. Ich wollte meine Bedeutung und meinen Ruf vergrößern“, zitierte ihn der TV-Sender CNBC. „Ich habe noch Arbeit zu leisten. Ich bin hier wegen meiner groben, dummen, fahrlässigen Fehler bei MSMB.“ Berichten zufolge kämpfte er mit den Tränen und bat die Richterin um „Gnade“, dankte aber auch dafür, nicht die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre Haft bekommen zu haben.

Shkrelis Anwalt Ben Brafman kündigte in seinem Schlussplädoyer an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Zugleich räumte er ein: „Es hätte deutlich schlimmer kommen können“, sagte Brafman nach Verkündung des Strafmaßes. „Die Richterin hat ihre Entscheidung gefällt und wir alle müssen damit leben.“

Die Staatsanwaltschaft bezeichnete Shkreli als „Mann, der Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss“ und als jemand, der „keinerlei Respekt vor dem Gesetz“ habe. Es sei ein Fehler, den jungen Unternehmer als missverstandenes Genie zu sehen.


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