Schmerzmittel

AbZ/Ratiopharm: Ibuprofen 600 bis April nicht lieferbar

Berlin - 12.03.2018, 12:40 Uhr

Gähnende Leere: Viele Hersteller können derzeit Ibuprofen 600 nicht ausliefern. (Foto: dpa)

Gähnende Leere: Viele Hersteller können derzeit Ibuprofen 600 nicht ausliefern. (Foto: dpa)


Immer mehr Pharmakonzerne haben mit heftigen Lieferengpässen beim Schmerzmittel Ibuprofen zu kämpfen. Nachdem es in der vergangenen Woche vornehmlich um Fiebersäfte für Kinder ging, stellt sich nun heraus, dass einige Hersteller auch das verschreibungspflichtige Ibuprofen 600 nicht mehr liefern können. Ratiopharm erklärt sogar, dass man erst im April wieder ausliefern könne.

Das Thema Lieferengpässe hat viele Apotheker in Deutschland in diesen Wochen im Griff. Unbedingt während der in den vergangenen Wochen wütenden Grippewelle waren einige Erkältungs- und Grippemedikamente nicht mehr lieferbar. Apotheker beschwerten sich beispielsweise über Probleme beim Nasenspray Schnupfen Endrine, den pflanzlichen Hustenlösern Bronchicum und Bronchipret sowie Ibuprofen-haltigen Fiebersäften für Kinder.

Nach Informationen von DAZ.online sind nun aber auch hochdosiertere Schmerzmittel immer häufiger betroffen. Insbesondere Ibuprofen 600 ist von vielen Herstellern nicht mehr lieferbar. Am gravierendsten ist sicherlich der Lieferengpass der zusammenhängenden Generika-Konzerne Ratiopharm/AbZ. Hier leuchten derzeit in vielen Apotheken alle Packungsgrößen (20, 50, 100) rot auf. Auch der Hersteller Axcount soll in allen drei Größen nicht mehr ausliefern können. Gleiches gilt für Actavis. Zumindest bei einigen Großhändlern ist auch der Hersteller Heumann betroffen.

Welche Alternativen haben Apotheker bei einem entsprechenden Rezept? Eine Sprecherin von Beta-Pharm bestätigte gegenüber DAZ.online, dass alle Packungsgrößen normal über den Großhandel bestellbar seien. Gleiches gilt für die Hersteller 1A Pharma, Aliud, Hexal, Puren und Denk Pharma.

Ratiopharm: Rohstoffknappheit bei Ibuprofen

Natürlich haben fast alle Krankenkassen Rabattverträge über Ibuprofen 600 abgeschlossen. Sehr wichtig ist es für Apotheker daher auch zu wissen, wann die einzelnen Firmen wieder liefern können. Auf Nachfrage von DAZ.online äußerte sich allerdings nur eine Sprecherin von Ratiopharm/AbZ zu der aktuellen Lage. Der Konzern hatte mit Blick auf die Lieferprobleme bei den Kinder-Fiebersäften schon in der vergangenen Woche eine grundsätzliche „Rohstoffknappheit“ als einen Grund für den Engpass angegeben. Und auch mit Bezug auf Ibuprofen 600 teilt die Konzernsprecherin nun mit: „Hintergrund ist eine Rohstoffknappheit für Ibuprofen.“

Dass sich die Situation schon in den nächsten Tagen auflöst, ist unwahrscheinlich. Auf die Frage, wann Ratiopharm und AbZ liefern können, sagte die Sprecherin: „Wir erhalten im April neue Ware, sobald der neue Rohstoff bei uns eintrifft, wird unsere Pharmafertigung mit Hochdruck produzieren. Wir gehen deshalb auch heute davon aus, dass der Lieferengpass nur temporär sein wird.“


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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