Belgien

Apotheker verteilen kostenlose Iodtabletten

Berlin - 06.03.2018, 17:10 Uhr

Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block und der Innenminister Jan Jambon haben einen neuen Notfallplan für nukleare Vorfälle vorgestellt. (Foto: Imago)

Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block und der Innenminister Jan Jambon haben einen neuen Notfallplan für nukleare Vorfälle vorgestellt. (Foto: Imago)


In Belgien verteilen Apotheker seit dem heutigen Dienstag fast im ganzen Land gratis Iodtabletten. Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block und der Innenminister Jan Jambon stellten in Brüssel einen Notfallplan für nukleare Unglücke vor. Demnach wird allen Menschen in einem 20-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken und Forschungsinstituten empfohlen, Iodpräparate aus der Apotheke abzuholen.

Belgien verfügt derzeit über zwei Atomkraftwerke: Sowohl im nordbelgischen Doel als auch im ostbelgischen Tihange, nicht weit von der deutschen Grenze, gibt es solche Kraftwerke. Allerdings gibt es noch Forschungsinstitute und ein Studienzentrum, in denen ebenfalls mit radioaktiven Materialien gearbeitet wird. Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block und Innenminister Jan Jambon haben am heutigen Dienstag einen Notfallplan dazu vorgestellt, wie Bürger, staatliche Institutionen und Unternehmen im Falle eines nuklearen Vorfalls reagieren sollen.

Eine der Maßnahmen der belgischen Regierung ist die kostenlose Verteilung von Iodtabletten in der Bevölkerung durch die Apotheken. Das Nationale Krisenzentrum in Belgien hat für den heute vorgestellten Notfallplan eine Karte erstellt, in der alle Landkreise farbig markiert sind, in denen der Bevölkerung im Falle eines nuklearen Unfalls die Einnahme von Iodtabletten empfohlen wird. Auf einer Internetseite stellt die Regierung zudem alle wichtigen Informationen – unter anderem auch die Karte – zum nuklearen Risiko zur Verfügung. Dort können sich die Bürger auch über Einnahmehinweise und Dosierungen belesen.

Die Regierung empfiehlt, dass Menschen in einem 20-Kilometer-Umkreis dieser Risiko-Zonen Iodtabletten umsonst aus ihrer Apotheke beziehen, um diese im Notfall einnehmen zu können. Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollen die Tabletten sogar in einem 100-Kilometer-Radius aus der Apotheke abholen. Auch Schulen und Kindertagesstätten wurde empfohlen, Iod-Vorräte zu bilden.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.