APOkix-Umfrage

Apotheker bei digitalen Rezeptsammelstellen gespaltener Meinung

Berlin - 05.03.2018, 09:00 Uhr

Digitale Rezeptsammelstellen - eine sinnvolle Antwort von Apotheken in ländlichen Regionen auf ausländische Versandapotheken? (Foto: DAZ.onine)

Digitale Rezeptsammelstellen - eine sinnvolle Antwort von Apotheken in ländlichen Regionen auf ausländische Versandapotheken? (Foto: DAZ.onine)


Was bringen digitale Rezeptsammelstellen? Die Meinungen der Apothekenleiter zu diesem seit Kurzem in zwei Pilotprojekten erprobten Service gehen weit aus­einander. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen APOkix-Umfrage. Die Befragung ergab zudem: Die wirtschaft­liche Stimmungslage unter den Apothekern ist so gut wie noch nie in den vergangenen zwölf Monaten.

Ende Januar sind im baden-württembergischen Neidlingen und im saarländischen Heusweiler-Kutzhof die ersten digitalen Rezeptsammelstellen in Betrieb gegangen. Im Rahmen der Pilotprojekte der beiden 2000-Einwohner-Gemeinden können nun Rezepte mithilfe eines speziellen Gerätes eingescannt und an eine Apotheke verschickt werden. Die georderten Arzneimittel bringt die Apotheke dann zum Patienten. Auch OTC können über das Terminal bestellt werden.

Doch wie finden die Apotheker dieses neue Angebot? Das wollte das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln im Februar von rund 200 Apothekenleiterinnen und -leitern wissen. Die Apotheker zeigen sich gespalten: 48 Prozent bewerten den Einsatz digitaler Rezeptsammelstellen positiv (5,8 Prozent sehr gut, 42,1 Prozent eher gut) – 52 Prozent fällen ein negatives Urteil (34,7 Prozent eher schlecht, 17,4 Prozent sehr schlecht).

Gefragt nach den konkreten Vorteilen einer solchen elektronischen Sammelstelle, sagen rund 50 Prozent, sie sorge für eine einfachere Versorgung auf dem Land. 41 Prozent nennen zudem die schnellere Verarbeitung von Rezepten, 40 Prozent die schnellere Zustellung der Arzneimittel. 34 Prozent der Befragten sagen jedoch, dass sie keine Vorteile in einer digitalen Rezeptsammelstelle sehen. 58 Prozent stimmen zudem der Aussage zu, dass digitale Rezeptsammelstellen ein wichtiges Instrument sind, mit dem Vor-Ort-Apotheken dem Versandhandel die Stirn bieten können.

Den von einigen erkannten Vorteilen stehen aber auch Herausforderungen gegenüber. So sind drei Viertel der Befragten der Meinung, dass es insbesondere für ältere Patienten schwierig ist, die Automaten zu bedienen. Ungefähr ebenso viele finden, dass die Kosten für die digitalen Sammelstellen in keiner Relation zu den positiven Effekten stehen. 



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

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von Anita Peter am 05.03.2018 um 12:33 Uhr

"mithilfe eines speziellen Gerätes eingescannt und an eine Apotheke verschickt werden"

Gibts seit über 40 Jahren und nennt man Fax. Unkompliziert und kostengünstig.

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